Brau Beviale 2024: Götterdämmerung auf Ex

Bei Mehrweg-Fans ist die grüne 0,275er für Veltins Helles Lager nur unnötige zusätzliche Komplexität im Mehrwegsystem, für Veltins-Gf Peter Peschmann (li.) und Juniorboss Fabian Veltins (3. v.li.) eine perfekte Fortentwicklung. Glashersteller Verallia ist happy, die größte deutsche Flascheninvestition des Jahres 2024 an Land gezogen zu haben. CEO Patrice Lucas (2.v.li.) posiert mit Deutschland-Chef Roch Thaller (re.) und dessen Vertriebs-Vorstand Kaue Carmona (2.v.re.)

Nachbarschaftliche Supply Chain: Die Kronenbrauerei-Familie Alfred und Hertha Schimpf zu Gast bei Oberland-Seniorchefin Ulrike Götz

Herausforderung Rückzug: Sahm-Altmeister Paul Goller mit Kaiserdom-Gottvater Hans-Georg Wörner und dessen neuem Exportchef Andreas Oster

Bayerischer Brauer-Bund-Justiziar Robert Scholz, seine Nachfolgerin (ab Mai 2025 ) Lena Schwertl, Bierkönigin Linnea Klee und Slow Brewer August Gresser

Aufbruchsstimmung in Halle 6: DICA-Leiterin Dr. Malaika Fischer mit Petra Westphal, die als Executive Vice President von Yontex sowohl über Brau Beviale als auch über Drinktec wacht

Bedruckt Getränkedosen auch in Mini-Chargen: Nomoq-Gründer Peter Stein und Daniel Etchemendy, Marketingleiter bei Nomoq-Mehrheitsgesellschafter Ardagh

INSIDE-Beer-Experte Peter Schill und die Hallertauer Hopfen-Ikone Andreas Gahr mit Brauer Jan Opper, heute Hausbrauer und Wirt in Messhofen bei Neu-Ulm

Aufwärmrunde für Pro Mehrweg: Guder-Nachfolger Willy Schmidt und die neue Verbands-Gf Henriette Schneider

Dry January kann kommen: Jürgen Nordmann mit alkfreiem Störtebeker-Four-Pack

Mehrweg-PET für Bier? Petainer-Sales Director Pawel Kaleta sondiert die Stimmungslage

Auf "der Brau" in Nürnberg war es nicht zu übersehen, dass die angespannte wirtschaftliche Lage, Konsumflaute der Branche und Zurückhaltung bei Investitionen manch Aussteller dazu bewogen hatte, zuhause zu bleiben. Die, die da waren, machten das Beste draus.

858 Aussteller waren es diesmal, 110 oder 11,5% weniger als noch 2023 – ein herber Schlag für die Pläne der neu formierten Messegesellschaft Yontex, die nun darauf hoffen darf, dass sich zur Münchner Drinktec im kommenden Jahr (15. bis 19.9.) vor allem wieder mehr internationale Aussteller einfinden. In Nürnberg  kaschierten viele freie Relax- und Activity-Areas den Leerstand, dazu großzügig gestaltete Diskussions-Foren und ein üppiger Newcomer-Bereich. Dieser war aber so gut frequentiert, dass man sich um den Nachwuchs der Branche (und damit auch für die Messe) keine Sorgen machen dürfte.

Auch die schon in 2023 unter Regie von Logipack/Logicircle installierte Logistik-Lounge profitierte vom üppigen Platzangebot und präsentierte ein etwas weitläufiges Netzwerk-Konzept. Unter anderem führte die Gedat ihr Konzept der digitalen Bestandsaufnahme vor, das neben Vollgut- auch Leergutströme nachvollziehen soll und bei dem in einer Art Testlauf schon Ziegler, Karlsberg Direkt und Heineken an Bord sind.

Ansonsten wurde überall deutlich (womöglich mehr als in den vergangenen Jahren), dass sich nur mit dem Faktor Wirtschaftlichkeit noch Investitionen aus nervösen Kunden rauskitzeln lassen. So standen bei den Anlagenbauern energieeffiziente Maschinen im Fokus. Bei den Brauern wird langsam common sense, dass alkoholfreie Biere vielleicht nichts für die Traditionalisten, dafür aber für den Absatz sind. Entsprechend gefragt waren plötzlich Maschinen für deren Herstellung. Bei Petainer wiederum wurde der Prototyp einer MW-PET-Bottle (mit Kronkorken!) präsentiert, der braunen Glasflaschen sehr ähnlich sieht; wie gemacht für Deutschland, das chronisch über Glaspreise stöhnt und mit der Aldi/Lidl-Mehrweg-Diskussion viel Raum für Spekulationen lässt. 

 

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