Auf "der Brau" in Nürnberg war es nicht zu übersehen, dass die angespannte wirtschaftliche Lage, Konsumflaute der Branche und Zurückhaltung bei Investitionen manch Aussteller dazu bewogen hatte, zuhause zu bleiben. Die, die da waren, machten das Beste draus.
858 Aussteller waren es diesmal, 110 oder 11,5% weniger als noch 2023 – ein herber Schlag für die Pläne der neu formierten Messegesellschaft Yontex, die nun darauf hoffen darf, dass sich zur Münchner Drinktec im kommenden Jahr (15. bis 19.9.) vor allem wieder mehr internationale Aussteller einfinden. In Nürnberg kaschierten viele freie Relax- und Activity-Areas den Leerstand, dazu großzügig gestaltete Diskussions-Foren und ein üppiger Newcomer-Bereich. Dieser war aber so gut frequentiert, dass man sich um den Nachwuchs der Branche (und damit auch für die Messe) keine Sorgen machen dürfte.
Auch die schon in 2023 unter Regie von Logipack/Logicircle installierte Logistik-Lounge profitierte vom üppigen Platzangebot und präsentierte ein etwas weitläufiges Netzwerk-Konzept. Unter anderem führte die Gedat ihr Konzept der digitalen Bestandsaufnahme vor, das neben Vollgut- auch Leergutströme nachvollziehen soll und bei dem in einer Art Testlauf schon Ziegler, Karlsberg Direkt und Heineken an Bord sind.
Ansonsten wurde überall deutlich (womöglich mehr als in den vergangenen Jahren), dass sich nur mit dem Faktor Wirtschaftlichkeit noch Investitionen aus nervösen Kunden rauskitzeln lassen. So standen bei den Anlagenbauern energieeffiziente Maschinen im Fokus. Bei den Brauern wird langsam common sense, dass alkoholfreie Biere vielleicht nichts für die Traditionalisten, dafür aber für den Absatz sind. Entsprechend gefragt waren plötzlich Maschinen für deren Herstellung. Bei Petainer wiederum wurde der Prototyp einer MW-PET-Bottle (mit Kronkorken!) präsentiert, der braunen Glasflaschen sehr ähnlich sieht; wie gemacht für Deutschland, das chronisch über Glaspreise stöhnt und mit der Aldi/Lidl-Mehrweg-Diskussion viel Raum für Spekulationen lässt.










