Der Getränkefachgroßhandel ist eine boomende Zunft. Zumindest wenn man seinen obersten Verbandsvertreter erlebt. Optimismus, Freude, Zuversicht: Dirk Reinsberg strahlt das so unerschütterlich aus wie kein Zweiter. In dieser Woche auf der Jahrestagung “Getränke. Groß. Handeln” konnten sich seine Mitglieder und die Industrievertreter wieder fröhlich in den Armen liegen und gemeinsam an eine rosige Zukunft glauben.
Stimmungsaufheller Reinsberg kam vor acht Jahren zum Verband. Erstaunlich lange Wochen war die Angelegenheit 2017 unter dem Deckel geblieben - bis der von einem Headhunter im Auftrag des GFGH-Bundesverbandes ausfindig gemachte Wunschkandidat unterschrieben hatte. Dirk Reinsberg, damals 47, hatte sich nach einem Jura-Studium bei Jever als Innendienstchef bewährt, bevor er zur Radeberger-Zentrale nach Frankfurt wechselte. Als es dann so weit war, leitete Reinsberg ab Oktober 2017 erst als Justiziar die Rechtsberatung des Bundesverbandes; Mitte 2019 wurde er Nachfolger von Günther Guder an der Spitze des Verbandes.
An den seinerzeit von INSIDE (Ausgabe 782) formulierten Herausforderungen für den Getränkehandel hat sich im wesentlichen nichts geändert: "Einzelhandel und (System-)Gastronomie verlangen eine höhere Professionalisierung, die Industrie sucht direkte Wege in die Kundschaft und die Digitalisierung spült neue Wettbewerber (Amazon etc.) in den GFGH-Teich. Neben diesen strukturellen Problemen, zu deren Lösung ein Verband kaum beitragen kann, wird sich Reinsberg auch dem Erhalt des Mehrwegvolumens widmen."
“Der GFGH hat Puls" titelt INSIDE in der aktuellen Ausgabe, was die Stimmung im “Infinity”-Hotel ganz gut umschreibt. Von Stunde zu Stunde wurden bei “Kommunikationsabend” die Sorgen der Getränkewelt kleiner. Das große Klassentreffen endete erst weit nach Mitternacht und war auch ein Verdienst Reinsbergs, der den Verband mit ruhiger Hand führt und sich Respekt von allen Seiten erworben hat.

