GES und GEKOPA: Gastroköder für Bierverleger

GFGH-Flüsterer: Marcel Freches

In der Gastronomievermarktung bringt sich ein neues Bündnis in Stellung. Die GES hat mit der Gekopa die GESKOPA gegründet, um an die Konditionstöpfe der Industrie zu kommen. Zum Start bringen beide Seiten einen Gastronomieumsatz von 350 Mio Euro mit. 

Christian Grundmann, Geschäftsführer der Gekopa und zugleich praktischerweise AR-Vorsitzender der GES eG, macht mit seiner Einkaufs- und Vermarktungsgesellschaft gemeinsame Sache mit der GES. Im Fokus: Gastronomievermarktung nach dem Vorbild und als Gegengewicht der Transgourmet-Oetker-Tochter Team Beverage. Für das Joint Venture hat die GES die 100%ige Tochter GES Vermarktungsgesellschaft mbH (GES-VG) ins Leben gerufen. Als Geschäftsführer für die GES-VG setzt GES-Vorstand Ulli Berklmeir auf Marcel Freches, 67, und dessen geballte GFGH-Erfahrung. Der langjährige AB Inbev-Veteran hat sich 2023 der GES angeschlossen, um verstärkt Bier- und AfG-GFGHs in den Nürnberger Abrechnungsverein zu lotsen. Nun ist seine Aufgabe, Bier- und AfG-Hersteller vom neuen JV GESKOPA zu überzeugen. Gelingen soll das vor allem mit dem Argument von 350 Mio Euro Gastroumsatz, den die Gekopa mit 29 Fachgroßhändlern und die GES mit fünf Mitgliedern (Lehmann, Krämer, Bührmann Weine, Hubauer und zu Teilen Heiloo) zum Start in die Vermarktung einbringen. Davon entfallen 180 Mio Euro auf die Gekopa und 170 Mio Euro auf die GES. 

Für 2025 sollen mit mehreren Herstellern erste Jahresgespräche bereits gelaufen sein. Selbstbewusstsein ist vorhanden. Das neue Joint Venture habe sich als „konditionell absolut wettbewerbsfähig“ erwiesen, berichten INSIDER. Den Herstellern verspricht die GESKOPA u.a. Zielvereinbarungen, Werbung, Newsletter, GratiswareAusfuhr und demnächst eine Absatzdaten-Auswertung in Kooperation mit Copa

Freches soll weiter Bierverleger angeln. Und die GESKOPA-Konditionen sind der Köder. Voraussetzung für die Teilnahme im Vermarktungsclub ist eine GES-Mitgliedschaft oder Anschluss an die Gekopa; außerdem ist (im Gegensatz zu Team Beverage) eine LEH- oder Industriebeteiligung tabu. Die GES, die im vergangenen Jahr ihren Zentralregulierungsumsatz um 2,2% auf 1,231 Mrd. Euro steigern konnte (der gemeinsame Umsatz von Bremer Spirituosen Contor BSC und Schokoring ist um 4% auf 286 Mio geschrumpft) will das Leistungsspektrum im Segment Bier und AfG ausbauen und neue Mitglieder, gerne auch aus der Team Beverage- und der früheren Geva-Hemisphäre, anlocken. Am besten schon zur nächsten Profachhandel, auf der am 10. und 11. 9. das 75-jährige GES-Jubiläum begossen wird.  

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