Outsider: Blockbildung

Holger Messner

der GFGH, einst ein Flickenteppich aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, befindet sich in einer entscheidenden Konsolidierung. Die Belieferung des Einzelhandels ist auf Sicht nur noch wenigen Spezialisten vorbehalten. Abgesichert mit direkten Beteiligungen (Rewe/Trinks) oder mit sehr langfristigen Verträgen (Edeka und Kaufland/DGL). Dazu werden in den nächsten Monaten sicher noch einige kreative Modelle kommen wie Bela/Behn oder zuletzt Orterer/Geins. Für die GFGHs am untersten Ende der Nahrungs- und Vertragskette aber bleibt nicht mehr viel übrig. Der Unterverleger geht unter. 

Die Blockbildung hört in der Logistik aber nicht auf. Auch die Gastro-GFGH-Welt wird sukzessive kleiner. Wer nicht als Einzelkämpfer stolz in den Tod reiten will, der lässt sich von der Industrie aufsaugen oder schließt sich einer Kooperation an. Innerhalb der Verbundgruppen gibt es solche mit starken Herstellern im Rücken und solche, die stets die Freiheit und damit Unabhängigkeit propagieren. 

Zu letzterer Fraktion gehören die GES und die Gekopa. Beide steigen nun mit einem Joint Venture, das auf den künstlerisch wertvollen Namen GESKOPA getauft wurde, in die Gastronomievermarktung ein (siehe Seite 6). Bei den Verhandlungen mit der Industrie, so haben es mir die Beteiligten versichert, werde im Vergleich zum ein oder anderen Beispiel aus der Händlerlandschaft aber kein Druck aufgebaut. Ich bin trotzdem guter Hoffnung, dass auch die GESKOPA nicht als Wohltätigkeitsverein antritt, sondern für ihre Mitglieder den ein oder anderen Taler Kondition rausleiern will. 

Der Versuch ist legitim. Und aus der Sicht von Herstellern grundsätzlich begrüßenswert. Gegen eine starke Händlerstruktur für die Gastronomie, vielleicht sogar eine ohne Hersteller im Gesellschafterkreis, hat niemand etwas einzuwenden. Geld abdrücken ist freilich was anderes. Zumal Leistungen wie Daten, Werbung, etc. gerade in Verbundgruppen schwer zu bewerten sind. Da unterscheidet sich der Gastro-GFGH nicht vom Fachmarkt, wo die Bereitschaft für WKZ und Konditionen der Hersteller ebenfalls nicht unendlich ist – nachzufragen bei der Beverage Independent Group von Thorsten Schön und Georg Gorki.

Bislang hat das Joint Venture, an dem Gekopa-Vordenker Christian Grundmann gemeinsam mit GES-Lenker Ulli Berklmeir schon seit geraumer Zeit bastelt, noch unbemerkt von der Branchenöffentlichkeit arbeiten können. Die ausgerufenen 350 Mio Euro Gastroumsatz, die die GESKOPA aus dem Stand in den Ring wirft, seien ein „Pfund“, sagt ein Beobachter. Die kritische Grundmasse ist vorhanden. Mal sehen was daraus erwächst.

Ihr Outsider

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