Plöchl schluckt Scharl

Hand drauf: Michael Scharl, Ludwig Maximilian Plöchl

In Ostbayern wird aufgeräumt: Die Getränke Scharl GmbH in Teublitz wandert zum 1. Juli 2025 unter das Dach eines Kollegen. Im Bayerischen Wald entsteht ein veritabler GFGH-Riese.

Michael Scharl hatte schon länger angekündigt, sich allmählich zurückziehen zu wollen, und deshalb früh das Gespräch gesucht. Ludwig Plöchl und Scharl kennen sich seit 40 Jahren, sind gemeinsam in der Pro Getränke aktiv. Im März wurde es konkret und Anfang April war der Deal durch. Der Teublitzer Betrieb (Landkreis Schwandorf, Oberpfalz, Bayern) mit 12 Mio Euro Umsatz ist künftig im Getränkehaus Plöchl daheim.

Plöchl, mit Sitz in Kirchdorf im Wald, Libella-Abfüller, 20 eigene Märkte, kräftige Gastronomiesparte, wächst damit nicht nur geografisch, sondern auch strukturell. Die bisherigen Scharl-Mitarbeiter bleiben an Bord. Das Außenlager Pfrentsch bei Waidhaus, das Plöchl 2018 übernommen hatte, ist voll – und wird bis Jahresende dichtgemacht. Die rund 50.000 hl dort wandern künftig nach Teublitz.

Die Belieferung der bisherigen Kunden aus Pfrentsch übernimmt dann ebenfalls Teublitz. Der Standortleiter in Pfrentsch Sebastian Lutz wandert mit und wird in Teublitz Geschäftsführer.

Juniorchef Ludwig Maximilian Plöchl, der mittlerweile am Steuer der 105 Jahre alten Firma sitzt, hatte es auch auf Scharls neun Abholmärkte abgesehen. Die sollen auf GVP umgeflaggt und nach dem Vorbild Weiden, wo Plöchl einen GVP-Vorzeigemarkt eröffnete, rausgeputzt werden. Damit folgt Plöchl dem Credo der BIG, dem Verbund von Pro Getränke und Top Getränke. Dort wurde in diesen Tagen das Ziel ausgerufen, künftig besser als die Fachmärkte von Edeka (Trinkgut) und Rewe (GVG) zu performen.

Plöchl arbeitet auf mehreren Ebenen: Abfüllung (Glas, PET, Container, Bag-in-Box), Libella bleibt die Hauptmarke, die Eigenmarke Lugge wächst mit. Wegen des Wachstums entsteht in Kirchdorf gerade eine neue Leergutsortierung, damit der GFGH mehr Platz bekommt. Künftig will Plöchl auch in Kirchdorf Spirituosen und Weine verkaufen– bisher gibt’s die nur in Pfrentsch.

Plöchl und Scharl kommen zusammen auf rund 60 Mio Euro Umsatz. Gerechnet wird bei den Libella-Herstellern freilich in Hektolitern. Davon drehen sie künftig 650.000. Im Bayerischen Wald ist jetzt ein Riese entstanden.

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