Crémant ist ein zartes, aber auch wachsendes Pflänzchen im Markt für Prickelndes. Auf den Schaumwein, der nicht nur von der Loire, sondern auch aus Deutschland kommen darf, stürzen sich viele Hersteller. Auch der Lebensmittelhandel vermarktet zunehmend – Aldi derzeit quasi im Wochentakt.
Die Versuche der vielbesungenen Premiumisierung im Schaumweinmarkt – mit dem Wunsch, mehr Marge zu machen als beim promotionsgeschundenen Sekt – nehmen im Jahr 2025 weiter zu. Während klassische deutsche Sekthersteller wie Rotkäppchen-Mumm unter der Marke Geldermann einen Crémant eingeführt haben, setzt Henkell Freixenet auch auf flaschengegärte Winzersekte für ihre Marke Fürst Metternich.
In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres stieg bei einem Gesamtwachstum der Schaumweine von 7,2% das Crémant-Volumen laut Circana um 25% auf 1,3 Mio Fl., der Umsatz wuchs um knapp 26% bei leicht gestiegenem Durchschnittspreis. Die ersten beiden Monate sind traditionell nicht repräsentativ. Aber auch im Vergleich von Februar 2024 zu Februar 2025 legt Crémant auf kleinem Niveau zu – um 8,4% auf 8,7 Mio Flaschen. Sekt kam im gleichen Zeitraum auf 241,4 Mio Flaschen, ein Zuwachs von 1,6%, Cava brach wegen schlechter Ernten um knapp 61% auf 12,2 Mio Flaschen ein. Gut dabei sind dagegen weinhaltige Cocktails, die mit einem Plus von 5,8% auf 91,6 Mio Fl. das zweitstärkste Segment hinter Sekt sind. Die Circana-Zahlen zeigen: Es ist in der Regel der Preis, der die Volumen zieht. Gleichwohl haben die Verbraucher höhere Preise aber auch geschluckt.
Allerdings nicht durchgängig. Das hochpreisigste Schaumweinprodukt, der Champagner, verlor von Februar 2024 bis 2025 14,1% des Volumens. Im aktuellen Jahr geht es wieder deutlich bergauf.
Versuche, Crémant in Deutschland stärker zu machen, gibt es schon lange. Nun wird versucht, das ganze auf ein neues Niveau zu heben. Der Handel suche Alternativen zum Champagner, heißt es. Aldi bewirbt in der Vor-Osterwoche unter dem Stichwort „Gourmet Finest Cuisine“ einen Crémant d‘Alsace AOP Brut für 6,99 Euro. Die Nachfrage ist da, die Zahl der Firmen, die auf den Crémant-Zug aufspringen wollen, wächst. Le Grand Chais de France produziert auf dem Gelände der im vergangenen Jahr übernommenen Kellerei Langguth in Traben-Trarbach bereits Sekt und will nun auch größer in die Produktion von Crémant mit Ursprung in der Pfalz und an der Mosel einsteigen. Zum Preis zwischen 7 und 9 Euro. Möglich ist das – anders als beim Champagner gibt es keine Ortsherkunft. Das verschwiegene Unternehmen bestätigt die Pläne, dementiert aber vehement Gerüchte, wonach die Crémants zu „Kampfpreisen“ angeboten werden sollen. Das sei nicht das Ziel, sagt Grand Chais.
