Prowein zittert vor Paris

Warten auf Kundschaft: Laurent Perrier Regionaldirektor Özkan Sezai und Kollege Thomas Schreiner waren am Sonntagmorgen noch entspannt.

Sprit-Nachschub: Otto Hooft Graafland (re.) und sein Kollege Julius Oostrom (Mi.) vom noch jungen, erst 2018 gegründeten und 2024 in den Spirituosenmarkt eingestiegenen Amsterdamer Ethanol- und Bulk-Spiritus-Anbieter Nedstar haben noch Alkohol übrig für Rauter-Chef Jörg Tragert.

Auf Erkundungstour: GES-General Leon Semunovic (re.) mit seinem Kollegen Stefan Fröhlich, Gf Rising Brands, einem GES-Tochterunternehmen.

Die perfekte Mixtur im Gepäck: Christina Jagla von Dr. Jaglas

Kreativ-innovativ: Siegfried-Macher Raphael Vollmar mit was ganz Neuem in Halle 7: alkoholfrei mit Funktion namens Wylda.

Franken-Connection: Maik Bonnke, Einkäufer bei Getränkehändler Sagasser aus Coburg, schaut in der am Montag auffallend ruhigen Halle 1 bei der Würzburger Sektkellerei J. Oppmann und deren Vorstand Christian Meier vorbei.

Unverkennbare Nähe: Nicolaus Fehling (Hardenberg) und Hubertine Underberg-Ruder sind Prowein-Standnachbarn und produzieren zusammen in Wilthen (siehe Seite 26).

Fröhlich trotz Schwund: Gerolsteiner Event-Managerin Dagmar Reudenbach und Michael Kauertz, Leiter Key Account, vis-a-vis der dezimierten VDP-Stände.

Probier-Besuch: Bimmerle Head of Sales Rudi König und KAM Offtrade, Jochen Kranz, verwöhnen 2G+/Gefako/Gedig-Geschäftsführer Udo Münz mit ihren neuen Schwarzwälder Spirituosen, die etliche Händler anlockten.

Marussia-Beverages CEO Eric Laborde (li.) schaut bei Dirk Hasenbein am Three Sixty-Stand von Schwarze & Schlichte vorbei.

Boss-Besuch: Ignacio Corral (re.), seit kurzem Chef der Grupo Osborne, auf Stippvisite am eigenen Stand, wo ihn sein Europamanager Jörg Herlyn (re.) und die Eggers&Franke-Gfs Jens Gardthausen (2.v.li.) und Ralf Zinke empfangen.

Die Prowein 2025 meldet abermals rückläufige Zahlen. Klimawandel, rückläufiger Weinkonsum, hohe Hotelpreise und steigende Preise für die Stände wurden diskutiert. Dabei fiel immer wieder ein Stichwort: Wine Paris.

Die Messe in Paris, weit kleiner als die Prowein und mit weiteren Wegen, wurde überall diskutiert. Und wird auch von etlichen Ausstellern bereits besucht. Henkell Freixenet (Foto li.) hat seine Standgröße halbiert – war quasi halb in Paris und halb in Düsseldorf. Für den Export ist die Prowein für die Aussteller weiter gesetzt. Der deutsche Sektmarktführer Rotkäppchen-Mumm, einst mit mehreren Ständen und laut INSIDERN mit Kosten von 600.000 Euro, war nicht mehr dabei. Dessen Auslandsgeschäft ist überschaubar bis nicht vorhanden. Reduziert worden war schon länger – der große Rotkäppchen-Mumm-Stand fehlt nicht erst seit diesem Jahr. Nachdem die Rotkäppchen-eigene Prosecco-Marke Ruggeri nach Corona in die Italienhalle gesetzt wurde, war auch dieses Kapitel zu Ende. Neben Henkell Freixenet sind auch Schloss Wachenheim und Herres beständig dabei.

In den Gängen war es deutlich ruhiger, wenn auch unterschiedlich nach Hallen und mit Ausreißern bei einigen Ausstellern. Die Qualität der Gespräche wurde gelobt. Neben dem sinkenden Weinkonsum waren auch die angekündigten Zölle von Trump um utopische 200% ein Thema, die nicht nur die hiesigen Rieslinghersteller, die viel nach USA exportieren, empfindlich treffen würden (siehe S. 24). Selbst wenn, so die Einschätzung von Experten, von den von Trump in den Ring geworfenen 200% „nur“ 10% blieben. Die Gegenmaßnahmen der EU wiederum verunsichern die Whiskey-Importeure.

Übersichtlicher ist es nicht nur in der Italien-Halle geworden, in der sich die Anzahl der Aussteller im Vergleich zu Spitzenzeiten halbiert haben soll. Auch die deutschen Prädikatsweingüter (VDP), die Gerolsteiner unterstützt, waren merklich ausgedünnt. Einst waren es 200 Aussteller, in diesem Jahr nur noch 86. Der Preis für eine Box, so die Klage, sei gestiegen.

Insgesamt waren es 4.200 Aussteller aus 65 Nationen in elf Hallen und 42.000 Besucher aus 128 Ländern. Im Vorjahr kamen noch 47.000 Besucher aus 135 Ländern, 2023 49.000 und vor Corona 61.500.

Paris bleibt ein Thema. Aber vor allem für Kunden aus Frankreich, Benelux und zunehmend Asien. Ein INSIDER fasst es so zusammen: Paris sei im Winter leer, die Preise für Hotels sogar günstiger als in Düsseldorf und ein Selfie vorm Eiffelturm für die Familie sei auch noch drin.

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