Revo-Pleite trifft Team Beverage hart

Das zu schnelle Wachstum hat die Revo Group in die Insolvenz schlittern lassen. Die Pleite von Europas größtem Hotelbetreiber (Umsatz 2025: 1,3 Mrd. Euro) belastet den Markt an vielen Stellen. Für Team Beverage jedoch hat sie unmittelbar spürbare ökonomische Konsequenzen. 

Der Jahresumsatz mit Revo lag für Team Beverage laut INSIDERN bei rund 3,5 Mio Euro, ein Volumen, das sich angesichts der üblichen Margen im GFGH nicht kurzfristig kompensieren lässt. Zwar wurde durch den Eigentumsvorbehalt sofort eine Inventur ausgelöst, um Restbestände zurückzuholen, doch bleibt ein signifikanter Forderungsausfall bestehen. Denn: Team Beverage übernimmt als zentrale Schaltstelle zwischen den RevoHotels und den angeschlossenen GFGHPartnern das Delkredere. Erschwerend kommt die Struktur der RevoGruppe hinzu, die bis 2025 noch unter HR Group firmierte: 140 einzelne Gesellschaften, von AltHR-Hotels über Centro und Success bis hin zu den HHotels, befinden sich nun jeweils in einem eigenen Insolvenzverfahren. Nach Einschätzung der Insolvenzverwalter Dr. Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser von GT Restructuring sind die wirtschaftlichen Zustände sehr unterschiedlich – manche Gesellschaften besitzen noch Substanz, andere gelten als „mausetot“. Eine schnelle Lösung ist nicht erwartbar; das Verfahren wird sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Eine Weiterführung der Gruppe unter den aktuellen Eigentümern – CEO ist der ehemalige Harzer Grauhof-Inhaber Ruslan Husry – erachten die Verwalter offenbar als nicht möglich. Eine Zerschlagung gilt als wahrscheinlich.

Betroffen ist auch der Wettbewerb: Die GDN sitzt über die zur RevoGruppe gehörenden HHotels ebenfalls auf offenen Posten. Zudem reißt die Pleite auch bei Herstellern Lücken, da für geplante Volumen teils bereits WKZs geflossen sind. Trotz der Lage wird Team Beverage die Belieferung bestimmter RevoHäuser unter Absicherung durch die Insolvenzverwalter fortsetzen. Auf der strategischen Seite gelingt gleichzeitig ein wichtiger Gegenakzent: Zum 1. Januar wurde die MHPHotelgruppe als Kunde der GDN abgeluchst. Ein spürbarer Prestigegewinn. Die acht Häuser der Gruppe (u.a. Le Méridien, Königshof) gehören ausschließlich zum FünfSterneSegment und zeichnen sich durch hohe Stoppmengen, Sortimentsbreite und eine zuverlässige Struktur aus. Obwohl MHP das RevoVolumen nicht ersetzt, gilt das Geschäft als deutlich sicherer und profitabler.

Parallel dazu gibt es interne Veränderungen: Strecken-Legende Anke Kaiser verlässt Team Beverage. Die Position der früheren Geva-Kämpferin wird nicht nachbesetzt, sondern intern verteilt. Vor allem an Lea Borchert, die erst vor kurzem gemeinsam mit Peer Longerich von Splendid Drinks als Key Accounterin ins Unternehmen gekommen ist (INSIDE 973).  

Share this article: