Der Spirituosen-, Wein- und Champagnervermarkter Schlumberger in Meckenheim räumt sein Portfolio gründlich auf. Von mehr als 80 Lieferanten sollen in Bälde etwa die
Hälfte aussortiert sein.
Schlumberger Meckenheim gehört zu Schlumberger Wien, die wiederum kontrolliert wird von Marussia Beverages mit der Zentrale Sastre S.A. im schweizerischen Zug. Die Mehrheit an Schlumberger Meckenheim hält die Familie Paulsen. Frederik Paulsen, in der Pharmabranche richtig reich geworden und auf Reisen vom Nord- zum Südpol zum Liebhaber qualitativ hochwertiger Getränke geworden, sammelt seit 2004 Marken und Produktionsstandorte. In Deutschland wurde Kober gekauft, in Österreich Mozart Likör, Hochriegel und Schlumberger Schaumwein, in den USA die Watershed Distillery, in Frankreich Clos Martin, in der Schweiz Kindschi, in Georgien die Georgian Wings & Spirits und das Château Mukhrani, in Japan die Akashi Sake Brewery und die Kaikyo Distillery. Von allem das Beste ist das Motto der Frederiksens.
Mittlerweile hat der Patriarch seine Tochter Eda Paulsen, mit Sitz in Monaco zu seiner Nachfolgerin gemacht. Eda hat sich eingearbeitet und ist seit wenigen Wochen in allen wichtigen Gesellschaften eingetragen, hat Handlungsvollmacht. Eingearbeitet hat sie sich schon länger und erste Veränderungen sind sichtbar. Langjährige Führungskräfte gingen 2025. Nicht nur bei der Schlumberger Wein- und Sektkellerei wurde ausgetauscht, auch bei Marussia in Deutschland und an anderen Orten. In Wien steht seit Oktober Magister Florian Czink an der Spitze. Erkennbar ist auch, dass die Führungsmannschaften weiblicher werden. So steuert seit August 2025 Nicole Cappato das Marketing in Wien.
In Meckenheim, wo nun größere Umwälzungen angekündigt wurden, ohne Namen zu nennen, dürfte nicht nur das große Portfolio etwas übersichtlicher gemacht werden. Ein INSIDER: „Die verbleibenden Lieferanten stehen sicherlich für 90% des Ertrags. Definitiv weiter dabei sein soll die Edelgrappa Destillerie Nonino aus dem Friaul. Neu ist hochwertiger Balsamico Essig von Giusti aus Italien.
Wie alle Spirituosen- und Weinfirmen bleibt auch das Paulsen-Reich nicht vom schwierigen Markt verschont. Premium-Spirituosen verlieren. Die Champagne machte 60 Mio Flaschen weniger. Es rumst allerorten. Paulsen war nicht nur angetreten, schöne Marken einzusammeln. Der öffentlichkeitsscheue Milliardär, für den das Getränkegeschäft nur ein Asset unter vielen ist, ist auch auch ein guter Rechner. Seine Tochter, das wird auf der Homepage verkündet, wird das Ganze in diesem Sinne fortführen. An Konsequenz scheint es ihr nicht zu fehlen.
