Der Bio-Safter Voelkel steckt 15 kostenintensive Artikel in ein neues 0,5-Liter-Individualgebinde. Damit zieht sich der Hersteller ein Stück weit aus dem VdF-Pool zurück. Zeitgleich führen die kleineren Flaschen zu einer versteckten Preiserhöhung und auch die Pfandsätze werden angehoben.
Der Druck im Saftmarkt ist weiterhin groß. Die Rohwaren sind volatil und der Konsum rückläufig. Der 95 Mio Liter Saft (aufgelaufen bis Ende Oktober +17%) große Bio-Hersteller Voelkel reagiert nun mit einem neuen Individualgebinde. 15 Säfte (u.a. Ananas, Orange, Schwarze Johannisbeere, Grapefruit), die aufgrund der Rohwarenpreise kostenintensiv sind, werden künftig nicht mehr in die 0,7 Liter VdF-Flasche, sondern in 0,5 Liter MW-Glaspullen gefüllt. Der Preis bleibt dabei gleich, wodurch es zu einer versteckten Preiserhöhung um rund 40% kommt. Auch der Pfandsatz wird um 10 Cent auf 25 Cent pro Flasche angehoben. Die neue 8x0,5 Liter-Kiste mit Griff wird mit 3,50 Euro statt 1,50 Euro bepfandet.
Mit dem neuen Gebinde verfolgt Voelkel mehrere Ziele: Die modern designte Flasche soll die Wertigkeit der Produkte unterstreichen und eine jüngere Zielgruppe ansprechen, die bereit ist, für ein Lifestyle-Produkt mehr zu zahlen. Als Vorbild dienen Marken wie True Fruits. Gleichzeitig löst Voelkel ein langjähriges Problem: Die Deckel der neuen Individualflaschen kommen ohne PVC und Weichmacher aus – ein Schritt, der bislang von den gängigen Deckelherstellern verweigert wurde und regelmäßig zu schlechten Ökotest-Bewertungen führte.
In den Naturkostläden ist Voelkel mit dem neuen Gebinde bereits durchgelistet. Und auch der Gastro-GFGH ist bereits im Boot. Bei Rewe und beim Sanierungsfall Tegut laufen erste Testlistungen, in den Pfandautomaten sind die Artikel eingespielt. Im nächsten Jahr sollen die neuen Flaschen großflächig im LEH ausgerollt werden. Aus dem VdF-Pool zieht sich Voelkel damit nicht zurück, will sich aber künftig offenbar weniger in diesem engagieren. Beim VdF, so heißt es, sei durch zu niedrige Pfandwerte und zu geringer Bereitschaft anderer Verwender für Nachinvestitionen ein dauerhaftes Defizit entstanden.

