BRLO manövriert sich als eine der letzten Ikonen der deutschen Craftbier-Szene durch den polyglotten Berliner Markt. Helfen soll dabei ein eigenes nationales Gastrokonzept, für das aktuell Geldgeber gesucht werden. Die ersten sind sie damit freilich nicht.
Per vertraulichem Prospekt wirbt BRLO (46% der Anteile liegen beim Management mit Gründerin und CEO KatharinaKurz, BenPommer und MichaelLembke) um neue Gesellschafter für ein Gastrokonzept, das derzeit bei zwei Piloten im Berliner Bezirk Charlottenburg und im KaDeWe als BRLO Chicken&Beer getestet wird und jetzt national ausgerollt werden soll.
Die laut eigener Rechnung heute rund 27.000 hl große Craftbier-Brauerei (Umsatz der BRLO-Gruppe laut Prospekt: 15 Mio Euro) mit dem 2019 eröffneten BRLO Craft Zentrum in Berlin Spandau und dem Brewhouse am Berliner Gleisdreieck (Bierabsatz: 2.500 hl) hat ihren Gastro-Anteil beim Absatz 2025 auf knapp 40% ausgebaut. Plus weitere 17% an den Locations im Brewhouse und im Kaschk. Der aktuell zum Key Account Manager On Trade & GFGH hochbeförderte Ex-Fritz-Mann Yann Bachmann soll die Gastro weiter anschieben.
Dieser Tage hat BRLO das von Fabio Carlucci gegründete Unternehmen Roy Kombucha übernommen, das schon in der BRLO-Brauerei in Spandau produziert hat. Die Marke Roy Kombucha bleibt bestehen und wird künftig unter dem BRLO-Dach weiterentwickelt. Carlucci bleibt dem Unternehmen erhalten und übernimmt die Leitung und strategische Weiterentwicklung von ROY bei BRLO.
Auch größere Brauereien basteln immer wieder an eigenen Gastro-Vertriebsarmen. Budweiser Budvar eröffnet weitere Ausschänke. Bitburger versuchte es einst mit dem über die Tochter BrauGastroKontor ausgerollten Benediktiner Weißbräuhaus, das später auf das kleinere Benediktiner Wirtshaus eingedampft wurde. Krombacher probiert sich derweil am Starnberger Wirtshaus, das in Köln krachend scheiterte und nun in Olpe ein zweites Leben bekommt. Und aus Bayreuth heißt es, dass auch Maisel an einem eigenen Brauhauskonzept strickt.
