Brown-Forman radikal

Brown-Forman (Hauptmarke Jack Daniels) fährt runter – und das radikal. Laut INSIDERN sollen 500 Mitarbeiter weltweit entlassen werden. Auch in der deutschen Organisation lichten sich die Reihen wie einst schon 2018.

Eigentlich sollte der Aktienkurs von Brown-Forman in eine andere Richtung gehen: Pläne der Portfolio-Erweiterung beflügelten die Fantasie der Analysten, die in der Vorausschau von jährlichem Wachstum in allen Kerngrößen ausging. Doch es kam anders. Der Kurs ist auf einem Tiefststand. Wer vor einem Jahr 10.000 US-Dollar in die Brown-Forman-Aktien investierte (damaliger Kurs; 55,59 US-Dollar), dem bleiben heute nur knapp 6.500 US-Dollar übrig. Der Kurs bewegt sich bei rund 35 US-Dollar, ein Minus von gut 35%. Aktuell wird Brown-Forman am Markt mit knapp 17 Mrd US-Dollar bewertet. Ein Schnäppchen.

Langsam dämmert auch den Analysten, dass die Idee nicht aufgegangen ist, durch Zukäufe die Abhängigkeit von Jack Daniels zu lösen und auf Wachstumskurs zu gehen. Nun wird in üblicher amerikanischer Konzernmanier gegengesteuert: mit Kostensenkungen. Resultat: 12% der Belegschaft müssen jetzt gehen, 5.400 Menschen. Die Erklärung der Amerikaner Analysten gegenüber: Man müsse auf den rückläufigen Alkoholmarkt reagieren. Und man wolle die Firma gesund halten. Deshalb die Kostenschere und das Ziel von mehr Effizienz.

In der Vergangenheit hat Brown-Forman einige Marken zugekauft, die durchaus stark sind. Unter anderem Gin Mare, Diplomàtico Rum, der in Deutschland Botucal heißt. Viel wurde investiert, doch es kam in der Kürze der Zeit zu wenig dabei rum. Schon seit längerem sagen INSIDER, dass die Organisation lediglich Jack Daniels verkörpert und lebt, sich mit allem anderen aber schwer tut.

Nun wird also amerikanisch-hart gegengesteuert. Schnell und einfach und ohne Rücksicht auf Verluste. Wie schon vor sieben Jahren. In Deutschland soll es INSIDERN zufolge dieses Mal den langjährigen Ontrade-Manager Jörg Westphal erwischt haben. Und das kurz vor dessen Rente. Auf der Liste stehen sollen auch der Horeca-Sales Manager Mischa Daum. Key Account Manager Frank Hochreiter, Finanzdirektor Jens-Peter Janiak, die globale Markendirektorin Mirja Kloss und Supplychain-Mann Thorsten Marquadt.

Artikel aus INSIDE 967

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