Der in Neuss ansässige Getränkefachgroßhandel Fako-M Getränke ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. In der Nacht von 12. auf 13. April haben sich Hacker Zugriff auf die Server verschafft und die gesamte IT-Infrastruktur an den Standorten in Neuss, Bocholt und Hamm lahmgelegt.
Wie Fako-M-Gf Jürgen Siebigteroth mitteilt, wurden umgehend das Landeskriminalamt sowie die zuständigen Sicherheitsbehörden informiert. Der Geschäftsbetrieb läuft derzeit in einem Notfallmodus. Neben der Aufklärung und Eindämmung des Vorfalls gelte die oberste Priorität nun der Sicherstellung der Belieferung der Kunden, lässt Siebigteroth wissen.
Der GFGH versucht, die bestellte Ware momentan trotz fehlender Systeme manuell auszuliefern. Bestellungen über die bestehenden B2B- und B2C-Shopsysteme seien weiterhin möglich. Außerdem wurde für Bestellungen vorübergehend die E-Mail bestellungfako@outlook.de eingerichtet.
Gefälschte Fako-M-Mails im Umlauf
Darüberhinaus warnt Fako-M vor gefälschten E-Mails, die sich momentan im Namen des Unternehmens im Umlauf befänden: “Aktuell werden E-Mails versendet, die unrechtmäßig im Namen von FAKO auftreten. Es handelt sich hierbei um Fälschungen. Wir bitten Sie, diese E-Mails nicht zu öffnen und umgehend zu löschen. Zum Schutz aller Beteiligten haben wir den Versand von E-Mails vorübergehend ausgesetzt. Selbstverständlich informieren wir Sie, sobald der reguläre E-Mail-Versand wieder aufgenommen wird.”
Milliarden-Schaden durch Cyberkriminalität
Fako-M ist bei bei weitem nicht das erste Cyber-Opfer aus der Branche. In der Vergangenheit hatte es bereits Pachmayr, Team Beverage oder Waldhoff getroffen. Im Februar dieses Jahres musste auch Softwareentwickler Copa diese schmerzliche Erfahrung machen. Laut Branchenverband der deutschen Informations- und Telekomunikationsbranche Bitkom waren Cyberattacken vergangenes Jahr für zwei Drittel (67 Prozent) des gesamten Schadens verantwortlich, der der deutschen Wirtschaft durch Datendiebstahl, Sabotage und Industriespionage entstanden ist. Der Schaden durch Cybercrime belief sich auf 178,6 Milliarden Euro, was rund 30 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr sind.

