Dicke Fische für O. Nordmann

Großes Karo: Ein gutes Jahr nach der Aufteilung des Geschäfts mit Bruder Fritz-Dieter meldet sich Oliver Nordmann doppelt auf der Getränkebühne zurück. Neben einem GFGH in Mecklenburg hat sich seine Familie eines der größten deutschen Gastroobjekte gesichert.

Getränke Nordmann MV stößt an die Müritz vor. Der in Stralsund ansässige GFGH (mit Umschlaglager in Rostock) übernimmt die Kunden der K & P Getränke GmbH Malchow. Verkäufer ist der Getränkevertrieb Osterburg in Kleinau/Altmark. Inhaber Ulrich Lüdecke, heute 81, hatte den an der Mecklenburgischen Seenplatte gelegenen Gastroverlag Kewitsch & P. im Jahr 2008 übernommen.

Bis zuletzt wurden in Malchow schwarze Zahlen geschrieben, doch die Perspektive war mau. Als dann noch Nordmann (auch weil Systemkunden Standorte eröffneten) immer öfter im Kewitsch-Gebiet auftauchte, erkannten Lüdeckes Sohn Steffen L. und Verkaufschef Dirk Leuschner die Signale. K & P. wurde abgestoßen. Verkaufsleiter Sven Töllner wechselt ebenfalls zu Nordmann.

Der Osterburg-Stammbetrieb in der Altmark bleibt unberührt. Hier unterhalten die Lüdeckes neben knapp 20 Abholmärkten (Getränkeuniversum) ein Gastro-Geschäft. Bedient werden gut 200 Kunden, davon immer mehr im Raum Braunschweig-Gifhorn-Wolfsburg.

Mit Kewitsch & P. kommen Nordmann-Geschäftsführer Ronny Degenkolbe und Gesellschafter Oliver Nordmann ihrem Ziel von 30 Mio Gastro-Umsatz ein weiteres Stück näher. Getränke Nordmann MV versteht sich als Platzhirsch im Nordosten.

Ratsherrn angelt Alsterpavillon

Nach der Aufteilung aller Unternehmensaktivitäten zwischen Oliver (Nordmann MV, Ratsherrn Brauerei, Altes Mädchen, Alter Fritz, Echt Gastro, Landwert) und seinem Bruder Fritz-Dieter Nordmann (Stammbetrieb Wildeshausen, Getränke Nordmann Hamburg, Brauerei Ols, Zisch-Märkte) Anfang 2024 (und den damit verbundenen Umfinanzierungen) meldet sich der notorisch umtriebige Oliver gleich doppelt zurück.

Vor der Übernahme in Malchow haben die Nordmänner einen riesigen Fisch an Land gezogen. Die von seinem Sohn Niklas Nordmann geführte knapp 50.000 hl große Ratsherrn hat sich gemeinsam mit Gastronom Hannes Schröder (Küchenfreunde, Herzstück) von der Stadt Hamburg den Alsterpavillon geangelt. Das Objekt in exponierter Lage wird aktuell noch von der Gastro-Kette Alex (Mitchells & Butlers) betrieben und zählt mit einem Jahresumsatz von knapp 20 Mio Euro zu den Top-Objekten Deutschlands. Angst vor zu großen Rädern hatte Oliver Nordmann noch nie. Für den bis 2065 laufenden Pachtvertrag müssen die neuen Betreiber ins Risiko gehen. Insgesamt 58 Mio Euro sind fällig, bzw. jährlich über eine Mio Euro.

Im August gehen die umfassenden Umbauarbeiten mit neuer Dachterrasse los. Im Jahr 2026 soll der Umsatztempel eröffnet werden.

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