Interesse an Stute-Standort

Der Nahrungs- und Getränkehersteller Stute soll laut INSIDERN dabei sein, den Mitte des Jahres geschlossenen Teilstandort an der Halberstädter Straße in Paderborn zu verkaufen. Dabei handelte es sich um ein Kühlhaus, in dem kurioserweise aber auch Abfüllanlagen für Dosen standen.

Gerade erst hat sich Stute aus der Insolvenz in Eigenverwaltung befreit. Die Kanzlei Pluta unter Führung von Sachwalter Stefan Meyer hatte Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass die Gläubiger dem Insolvenzplan zugestimmt haben. Die Quote ist hoch: 96% der Gläubiger werden bedient.

Beantragt worden war die Insolvenz in Eigenverwaltung 17. April 2024 beim Amtsgericht Paderborn. Und eröffnet wurde das Verfahren durch Gerichtsbeschluss am 1. Juli 2024, nachdem die Verlustserie der Paderborner nicht abriss. Allein für 2022 stand ein Minus 22 Mio Euro in den Büchern – bei einem Umsatz von 231,5 Mio Euro. Die 2023er-Zahlen sind noch unter Verschluss. Wohl aber auch nicht besser, meinen INSIDER.

Weiter auf kleiner Flamme

Die Firma, deren Hauptkunde der Discounter Aldi ist, war unstrittig ein permanenter Verlustbringer. Seit 2019 summierten sich die Miesen auf beachtliche 73 Mio Euro. Immer wieder haben die Gesellschafter (die Gebrüder Stute, Söhne des legendären Ewald Stute) Geld nachgeschossen. Doch in diesem Jahr war klar, dass ein Einschnitt unausweichlich sein würde. Der wäre eigentlich schon viel früher nötig gewesen. Seit allerdings das noch halbwegs lukrative Geschäft der Dosenabfüllung einbrach, das einige Jahre gut lief und Stute stützte, war der Schritt alternativlos. Am Ende haben sich Saft in PET die Konkurrenten Refresco und Riha geangelt. Um große Mengen handelte es sich ohnehin nicht mehr. Die jetzt erfolgte Sanierung hat RSM Ebner Stolz begleitet. Dieselbe Unternehmensberatung, die bereits bei Konkurrent Riha gewirkt hat.

Nun geht es auf kleinerer Flamme weiter mit Stute, wo noch immer das alte Management sitzt. Wie berichtet konzentriert sich Stute künftig auf die Produktion von Konfitüren, Brotaufstrichen sowie Getränken in Weichpackungen am Hauptstandort Abtsbrede 23 in Paderborn. Das scheint zu funktionieren: Am 16. September 2024 wurde bei einer ersten Gläubigerversammlung berichtet, dass der Erhalt des Standorts Abtsbrede „auf gutem Weg“ sei. Am 13. Dezember 2024 nahmen die Gläubiger den Insolvenzplan dann einstimmig an.

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