In Whisky-Fachkreisen sorgte die Trennung zwischen Hans Kemenater und Slyrs für Erstaunen. Der Destillateurmeister galt als das Gesicht der bayerischen Edel-Destille und arbeitete sich am Schliersee vom Azubi bis zum Geschäftsführer hoch. Seit Anfang des Jahres jedoch – mit dem Einstieg von Steffen Brandt als zweitem Gf für Vertrieb – hat sich das Personalkarussell spürbar beschleunigt.
Die Abgänge von Rüdiger Biehl (Vertriebschef), Nick Binderer (Exportchef) und Vertriebler Stefan Haug sind zwar (teils erst auf dem Papier) ersetzt, doch nun hat die ExitWelle auch Kemenater erfasst. Nach über einem Vierteljahrhundert verlässt er sein Herzensprojekt „auf eigenen Wunsch“. Seine Beweggründe bleiben vage.
Dabei war er maßgeblich an der Entwicklung der heute 90.000LiterBrennerei beteiligt. INSIDER berichten, dass er in den vergangenen Monaten intensiv über seine Zukunft nachgedacht hat. Im Januar wird Kemenater 44, ein Zeitpunkt, der seine Entscheidung für einen Neustart beflügelt haben dürfte.
Dass er der Spirituosenbranche treu bleibt, gilt als wahrscheinlich. Hinter den Kulissen zeigt sich zudem eine Verschiebung der Machtverhältnisse am Schliersee, nachdem sich über die vergangenen acht Jahre das Geflecht aus einst vielen einzelnen Kommanditisten weitgehend aufgelöst hat. Über die Beteiligungsgesellschaft Lobelia25+ (35,4%) sowie die familiär verbundene JSM Hinderer GmbH (11,6%) verfügt die Douglas-Gruppe inzwischen über beträchtlichen Einfluss auf die Kapitalbasis der Slyrs Destillerie GmbH & Co. KG. Zweiter starker Player im Hintergrund ist Jägermeister-Erbe Florian Rehm, der über die ICEY GmbH (37,2%) engagiert ist. Hans Kemenater hält weiterhin einen Minderheitsanteil (3,3%).
