Kollex nimmt Kohle

Gastro-Bestellapps kommen schwerer in die Gänge als gedacht. Kollex stellt jetzt das Businessmodell um. Die Gesellschafter wollen nicht mehr nur Kohle versenken. Die kostenlose Nutzung ist ab sofort vorbei.

Noch vor zwei Jahren warb Kollex damit, dass die Basisfunktion für den GFGH dauerhaft kostenlos sei. Diese Zeiten sind vorbei. Die Gesellschafter (Coca-Cola EP, Krombacher, Bitburger, Rotkäppchen-Mumm, Chefs Culinar) mussten viel Geld in die von 70 Mitarbeitern getragene App pumpen. Verdient wird nix. Laut den letzten veröffentlichten Zahlen (2022) summieren sich die Kollex-Verluste auf über 18 Mio Euro. Nun wird der GFGH angezapft. Kollex informiert über eine neue Preisstruktur. Jetzt kostet das kleinste Onlineshop-Paket „S“ ab sofort 500 Euro/Monat. Die Pakete „M“ und „L“ schlagen mit 800 bzw. 1.000 Euro zu Buche. Stolze Beträge. Für die laut Kollex 11.000 angemeldeten Gastronomen bleibt die Nutzung kostenlos. Doch die angeblich über 220 angebundenen GFGHs stehen nun vor der Wahl, ihren Gastrokunden eine andere App wie Gastivo oder Octopus anzudrehen, oder die Gebühren zu blechen. 

Investoren sehen im  Außer-Haus-Markt weiterhin riesiges Potenzial für digitale Geschäftsmodelle. Unter den Bestell-Apps gilt Choco trotz zähem Wachstum immer noch als gefährlichster Player („Die haben einen langen Atem.“) Große Chancen werden Gastromanagement-Tools eingeräumt. Dort sprießen viele Start-ups aus dem Boden. U.a. die Hamburger App Backbyte von Alfred Rudolph, der Wirten eine komplette BWA mit Schnittstelle zum Steuerberater verspricht.

Artikel aus INSIDE 962

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