Kopf der Woche: Markus Mosa

Böse Hersteller! Gemessen an einer Aussage von Edeka-Boss Markus Mosa, die dieser kürzlich bei einer MLF-Tagung in München versprühte, sind sie maßgeblich an immer mehr Sonderangeboten mit Markenartikeln schuld. Mosa berief sich dabei auf seine Zahlen: Umsatzanteil an Aktionen bei der Edeka im ersten Halbjahr 2024 21,6 % (nach 20,2 % im Vorjahr). Dieser Zuwachs, sagte Mosa auch noch, sei weder im Interesse des Handels noch der Industrie. Spätestens hier wischten sich die ersten Zuhörer Tränen der Rührung aus den Augen.

Dass Mosa die fluffigen Aktionszahlen gleich noch freudig mit dem der Eigenmarken konterkarierte (Aktionsanteil nur noch 8,2 %) - geschenkt. Bis sich die MLF-Teilnehmer wieder erholt haben, kramen wir im INSIDE-Archiv und stoßen auf ein Editorial von Oktober 2009. Seinerzeit hatte sich Edeka Tengelmann einverleibt und ihre Discounter Netto und Plus zusammengeschoben. Was dann folgte, war ein Hauen und Stechen ohnegleichen, das bis heute andauert. 

Zitat INSIDE 2009: "Der Preisverfall in der Bierbranche nimmt zu, noch weit bevor die 2009er Wirtschaftskrise in einer 2010er Konsumkrise ausebbt. Treiber ist die Mehrwegattacke von Edekas Discounttochter. Mittlerweile sieht sich sogar die klassische Supermarktschiene bemüßigt, auf die allwöchentlichen Schleuderpreise von Netto/Plus zu reagieren. Selbst bei Regionalgesellschaften der Edeka heißt es, man müsse der Offensive von Netto (der eigenen Discounttochter!) kontern. Vergangene Woche setzte auch die Rewe zum Gegenschlag an."

Im Nachhinein muss man sagen: durchaus prophetisch. Schier ungebremst treibt Edekas Billig-Töchterchen Netto die Branche mit Aktionen bis heute vor sich her. Markus Mosa ist seit 2008 Vorstandsvorsitzender der Edeka. Was er noch sagte, als er in München referierte, war dies: Man müsse "genau hingucken, was im Regel- und Aktionsgeschäft passiert. Wenn Preisschwellen überschritten werden und Volumen zurückgehen, sollten wir darüber reden."

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