AB Inbev fliegt bei Edeka raus – schon wieder

Zum 1. Oktober 2025 haben sich alle Marken außer Franziskaner und San Miguel verteuert. AB Inbev hob die Listenpreise für Flasche und Dose um 3 bis 8,10 Euro/hl an. Fassbier wurde um 10 Euro/hl teurer. Edeka und das Einkaufsdach Everest/Epic reagieren gnadenlos.

Während AB Inbev Deutschland die Rewe mit der LEH-Exklusiv-Kooperation zum 40 Mio Euro teuren Markenlaunch des in Bremen hergestellten „US“-Bieres Anheuser-Busch Bud (die 0,5-Liter-Dose kostet 1,29 Euro) besänftigt zu haben scheint, antwortet Edekas internationales Einkaufsdach Epic/Everest brutal auf die Preiserhöhung des Konzerns. Diesmal kommt es zu ungewöhnlich weitreichenden Konsequenzen. Die Edeka steht für rund ein Drittel von ABIs Deutschland-Volumen (rund zwei Mio hl).

Insgesamt streicht Edeka 86 Artikel von Corona, Franziskaner, Löwenbräu, Diebels, Haake-Beck, bis zu Hasseröder und Beck‘s. Auch die Hauptartikel sind betroffen. Wettbewerber aus Industrie und Fachhandel stellen sich freilich die Frage, ob die Preiserhöhung eine spürbare Auswirkung auf die Aktionspreise der ABI-Marken haben wird. Im aktuellen Edeka-Prospekt jedenfalls werden noch Restposten von Beck‘s Pils (20x0,5 Liter) für 10,99 Euro verramscht. Die Handzettel mit Promotions war offenbar bereits gedruckt worden.

Der letzte Edeka-AB Inbev-Stress ist noch nicht lange her: Exakt vor einem Jahr hatte Edeka den Braukonzern umfänglich ausgelistet. Hintergrund damals: Der Crash im 120 Mrd Euro Außenumsatz schweren internationalen Einkaufsverbund Epic, zu dem neben Edeka auch die LEH-Ketten Jumbo (Niederlande, Belgien), Migros (Schweiz), Jeronimo Martins (Portugal, Polen) oder Esselunga (Italien) zählen. Deutschland-Boss Jannik Weitzl konnte den Absatzverlust mit Hekto-Konfettis von der Rewe auffangen, wo AB Inbev Anfang 2023 rausgeflogen war. Die Konfettis bleiben in diesem Jahr aber aus: Für 2025 dürfte das Absatzergebnis eine Delle haben.

Share this article: