Neuer Deutschland-General für AB Inbev

Nach dem Abgang von Deutschland-Chef Jannik Weitzl zum Jahreswechsel hat AB Inbev jetzt einen Nachfolger gefunden. Die Konzernspitze in Brasilien entsendet mit Guilherme Machado de Lima (siehe Titel) zum 1. Februar 2026 einen Mann aus Rio de Janeiro ins letzte Gefecht nach Bremen. 

Konzernsoldat De Lima säbelte sich während seiner 17 Jahre bei Ambev, dem lateinamerikanischen Ableger von Anheuser-Busch Inbev (Marktanteil in Brasilien weit über 50%), vom Trainee zum Boss für die Regionen Rio de Janeiro und Espírito Santo hoch. Von 2022 bis 2023 war er in der Zentrale in São Paulo stationiert und überblickte Ambevs nicht-alkoholische Getränke in Brasilien. 

In Brasilien floriert der Biermarkt und Ambev optimiert die Produktionsketten: Mit Spaten dreht der Konzern dort INSIDERN zufolge 3 Mio hl und erst jüngst hat Ambev im Bundesstaat Paraná für 185 Mio USD eine Glasflaschenfabrik aufgestellt. Für die ersten drei Quartale 2025 erzielte der Konzern in Südamerika je eine EBITDA-Marge von über 30%. Für den deutschen Markt sind das utopische Zahlen. 

Dass der neue Deutschland-Boss während seines Studiums einmal für ein Auslandssemester an der TU Darmstadt eingeschrieben war, ändert nichts an der Tatsache, dass er sich nicht nur klimatisch auf eine kühlere Ausgangslage einstellen muss. Einst große deutsche Biermarken werden seit Jahren als Kanonenfutter in der Aktion geopfert. Echte Markenarbeit findet nicht mehr statt. 

 Auf Guilherme Machado de Lima kommt also die bislang herausforderndste Zeit in seiner Konzernkarriere zu. Seinem neuen Boss Pieter Anciaux, der als neuer Präsident der Business Unit Greater Europe auf Arnaud Hanset folgt, gute Zahlen von der Front zu servieren, dürfte schwierig sein. 

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