AB Inbev: Flug vom Schleudersitz

Jannik Weitzl

Am 11. März 2024 wurde Jannik Weitzl nach Michel Pepas Abberufung nach Brüssel zum Chef der Deutschland-Einheit von AB Inbev befördert. Jetzt ist er raus. Offenbar spielten verfehlte Planzahlen keine unwesentliche Rolle. Die Frage ist, wer sich nun freiwillig auf den Schleudersitz setzt.

Kontinuität war zwar noch nie das Ding des Braukonzerns AB Inbev, jüngst allerdings häufen sich die Abgänge: Nach Brauereidirektorin Michaela Miedl, Handels-Chef Tibor Raatz (auf ihn folgt Philipp Kleemann) und Spaten-Technik-Gf Fritz Geiger ist nun auch Deutschlands Country Director Jannik Weitzl, 38, weg. Weitzl, ein echtes Konzernkind, startete seine Karriere bei AB Inbev als Trainee im Jahr 2014. Später arbeitete er u.a. für die Craftbier-Abteilung in Frankreich und den Niederlanden. Im Januar 2021 wurde er zum Ost-Direktor befördert (INSIDE 968) und im November des selben Jahres zum Gastro-Chef (INSIDE 890). Vor knapp zwei Jahren folgte die Krönung zum Deutschland-Chef, Gastro-Chef ist seither Philipp Rosar.

Warum für Weitzl jetzt Schluss ist? Offenbar hat er, dessen Karriere beim Konzern zum 31.12.2025 endet, selbst seinen Rücktritt eingereicht. INSIDER indessen berichten von den üblichen Mechanismen infolge verfehlter Planzahlen. Die Auslistung bei der Edeka nach der Preiserhöhung hatte alle Hoffnungen auf ein gelungenes Jahresergebnis zunichte gemacht. Immerhin steht Edeka mit rund zwei Mio hl für ein Drittel von AB Inbevs Deutschland-Volumen. Zwar war Weitzls Anfangszeit an der Spitze gesegnet von der Wiedereinlistung bei der Rewe (zum Halbjahr stand ein Plus von 5,5%). Seit der ersten Edeka-Auslistung im November 2024 allerdings (INSIDE 963) kehrte keine Ruhe mehr ein.

Unklar ist, wer als nächstes auf dem Bremer Schleudersitz Platz nimmt und den von Weitzl mitinitiierten Anheuser-Busch Bud-Launch 2026 begleiten wird. INSIDER wissen, dass so mancher logische Kandidat bereits dankend abgelehnt hat.

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