Landskron: Unruhe in der Erfolgsmaschine

Mr. Vollg(l)as: Uwe Köhler

Im beschaulichen Görlitz schreibt Gf Uwe Köhler erstaunlich gute Zahlen. In der Belegschaft und bei Handelspartnern gibt es dennoch Unruhe. Wie immer, wenn scheinbar alles prima läuft?

Unter Uwe Köhler ging es bei Landskron jahrelang nur in eine Richtung: bergauf. Der Absatz kletterte von 140.000 auf geschätzt 220.00 hl Bier, die Brauerei steht vergleichsweise pumperlgesund da. In diesem Jahr verliert das Haus aufgelaufen nicht mal 1 Prozent Absatz. Dafür summierten sich in den vergangenen Jahren bei der von Dr. Rolf Lohbeck und seiner Frau Heidrun Lohbeck regierten Brauerei im östlichsten Teil von Sachsen immer wieder kleine, branchenunübliche Gewinne: 300.000 Euro in 2022, 500.000 in 2023. Läuft also?

Emsige Wechsel insbesondere im technischen Bereich mochten immer auch mit der anspruchsvollen Arbeit in einem Industriedenkmal und mit Köhlers Diktion zu tun haben, dass Führungspersonal vor Ort wohnen und nicht pendeln soll. Unlängst verabschiedete sich nach nur neun Monaten der erst Winter 2024 von Rauch Fruchtsäfte geholte Weihenstephaner Braumeister Hinrich Hommel in die Selbständigkeit – in bestem Einvernehmen, wie es heißt. Er hatte in Görlitz als technischer Leiter und 1. Braumeister Lutz Wirsching abgelöst, der im April 2024 kam und nach einem halben Jahr wieder weg war. Dabei stellt man Technik-Chefs in Landskron perspektivisch gern eine Mit-Geschäftsführung in Aussicht. Ein Nachfolger für Hommel wird noch gesucht. Auch Hauptbuchhalterin Nancy Nerling soll in den Sack gehauen haben.

Als Nachfolge des bisherigen, 2015 von Werder Feinkost geholten Vertriebsleiters und Prokuristen Gerd Lesky  hat Köhler offenbar Toni Schütze rekrutiert, der sich bis zu Leskys Pensionierung als Verkaufsleiter warmlaufen darf – eine intern umstrittene Personalie. Was schwerer wiegt, ist das von verschiedenen Seiten gepflegte Narrativ, dass Köhler zu seinen größten Kunden Mayer und Hubauer, Bautzen, schon mal ein besseres Verhältnis gehabt habe. Mittwoch dieser Woche soll angeblich eine ziemlich große HFS-Mannschaft zu einem Treffen erst in der Brauerei, abends dann im Görlitzer Patrizier-Haus eingeladen worden sein. HFS entstand aus einer Fusion des per 1.1. 2019 von Radeberger übernommenen GFGH Flack & Schwier, Radebeul, mit dem VfG-Ableger Helmke, Dresden.

Anfang 2017 hatte Patriarch Dr. Lohbeck wenige Wochen nach dem plötzlichen Tod seines Geschäftsführers Manfred ten Bosch mit Köhler den Ex-Gf von Krombachs Ost-Vertriebs-Tochter in Lützen an Bord geholt – wo Sturmgeschütz Gerd Lesky als VKL Handel und Technik-Gf Matthias Grall längst saßen. Mittlerweile wollen nicht näher benannte Teile der Belegschaft – oder auch nur ein früherer Mitarbeiter – einen Brandbrief an Lohbeck geschreiben haben. Der Wahrheitsgehalt ist nicht überprüfbar, nicht mal, ob der Brief überhaupt rausgegangen ist.

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