Mühlbauer bekommt Altenburger

Phillipp Mühlbauer, wohlhabender wie umtriebiger Unternehmer (u.a. Teusser Mineralbrunnen), schlägt wieder zu. Dieses Mal bei der mehrfach in die Insolvenz gerutschten Altenburger Destillerie. Und er verspricht erneut Großes. 

In der Branche ist Mühlbauer längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Vor gut zehn Jahren kaufte der ursprünglich aus Neumarkt in der Oberpfalz stammende Unternehmer die Mecklenburger Spirituosenfabrik, die einst zum Elro-Reich gehörte. Elros Saft übernahm die Edeka, die zuvor, selbst nicht unbeteiligt am Untergang von Elro war.

Altenburger hat zu Spitzenzeiten unter Dietrich Hueck, der 2016 an Michael Schenk übergab, mal gut 40 Mio Flaschen gemacht. Unter Schenk, der aus der Hotellerie kam und große Pläne vor allem mit den vorhandenen Whisky-Lagerungen schmiedete, schmolz die Menge, teils auch gewollt. Etwa 15 Mio Flaschen waren es nach Schätzungen von INSIDERN. Mit Schenk ging Altenburger in die Insolvenz.

Es übernahm nach langer Suche durch den Insolvenzverwalter Kai Dellit ein Quartett die Anteile und Führung in Altenburg: Michael Tremer, Lutz Quester, Andreas Dauert und Rainer Wulff. Auch sie hatten große Pläne. Wieder war es der Whisky, aber auch der Glaube an die Marken. Aus vier wurden schnell nur noch zwei. Die Euphorie verschwand – Covid half nicht gerade. Fehlentscheidungen beim Einkauf von Weindestillaten, munkeln INSIDER, haben das Scheitern befördert. Altenburger rutschte in die nächste Insolvenz. Nun hat Insolvenzverwalter André Rombach mit Philipp Mühlbauer erneut einen Käufer gefunden. Rombach selbst ist voller Euphorie, spricht in der Pressemeldung davon, dass Mühlbauer Großes vor hat. Mit Ausrufezeichen versehen.

Mühlbauer, so Rombach weiter, sei Gesellschafter mehrerer erfolgreicher Unternehmen. Kenne das Geschäft. Bei der Mecklenburger Spirituosenfabrik hält sich Mühlbauers Erfolg, wissen INSIDER, auch nach mehr als zehn Jahren noch in Grenzen. Aber es gibt die Firma noch. Gleiches gilt für den Teusser Mineralbrunnen, den der unerschrockene Mühlbauer 2023 ebenfalls aus der Insolvenz kaufte (INSIDE 927). Bei Altenburger sollen zwar nicht alle, doch die meisten Mitarbeiter bleiben. Inwieweit Mühlbauer zwei Standorte weiter betreibt, ist offen. Auf Fragen antwortete er bis Redaktionsschluss nicht.

Sein neuester Deal steht auf jeden Fall unter dem Segen des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, der sich in der Mitteilung von Rombach so zitieren lässt: „Möge der ‚Schwarzgebrannte‘ wieder ordentliche schwarze Zahlen erwirtschaften“.

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