Im deutschen Saftmarkt gibt es ordentlich Bewegung. Zwar liegt Marktführer Eckes-Granini unterm Strich noch vorn. Doch nach ersten Marktforschungszahlen werden die Nieder-Olmer von zwei anderen gejagt.
Die Ära des Marktführers Eckes-Granini scheint sich dem Ende zuzuneigen. Die Saftfirma, die der Familie Eckes gehört, kann sich über alle Kanäle und Segmente allenfalls noch den Titel „zarter Marktführer“ geben. Denn aufgeholt haben vor allem zwei.
Valensina eröffnet die Jagd
Zum einen Valensina, lange der ewige Zweite, der bei Orange eindeutiger Marktführer ist. Um den Preis niedrig zu halten, haben die Mönchengladbacher auf die steigenden Rohstoffpreise reagiert und die Menge pro Flasche auf 0,7 Liter reduziert. Das hat besser funktioniert als Eckes-Graninis Reduzierung von Orange im Saftgehalt. Das brachte einen Shitstorm und zeigte sich als nicht wirkungsvoll.
Eckes-Granini hat deutlich verloren. Erste Marktforschungszahlen sehen ein Minus von 8%. Valensina ist (bei Saft und Nektar) laut Nielsen mittlerweile größer. Weil soviel Bewegung im Markt ist, sind Marktbeobachter zwar noch vorsichtig bei der Höhe der Zahlen. Dass sich Valensina auf Augenhöhe oder noch darüber befindet, das unterschreiben aber alle.
Auch Edeka-Marke Albi holt auf
Einen gewaltigen Sprung soll zum anderen Edekas Marke Albi gemacht haben. Im vergangenen Jahr lag sie noch bei rund 100 Mio Liter. Nun soll sie laut aktuellen Zahlen auf Augenhöhe von Eckes liegen. Edeka hatte die Marke aus Berghülen bei Heilbronn 2017 gekauft. Albi war zuvor in Schieflage geraten. Edeka verkündete mit dem Kauf, von Lieferanten unabhängiger zu werden.
Damals wurde in Berghülen neben Albi auch einiges anderes verkauft. Insgesamt waren es damals etwa 93 Mio Füllungen und damit Platz 7 im Ranking der größten deutschen Safthersteller. Verkauft wird Albi in den Geschäften von Edeka und dem Edeka-Discounter Netto. Eine echte Marke, sagen Branchenauguren, sei Albi ja nicht, sondern eigentlich eine Eigenmarke. Stimmt. Die Marke schafft es ohne Listungsgeld in die Regale und läuft zu günstigen Preisen. Ein INSIDER: „Kein Wunder. Albi hat ja auch den besten Key Accounter, Herrn Mosa."
