Für zwei Brauereien in Ostbayern geht es nach Zeiten der betrieblichen Ungewissheit nun doch weiter.
Matthias Strauß hat für seine 2.500 hl große Dimpfl-Bräu, Furth im Wald, Landkreis Cham, nach langwieriger Suche einen Nachfolger gefunden: Andreas Mayer, 25, pachtet Immobilie und Anlagen an und braut dort vor allem Bier für seine eigene Marke Mayerbräu.
Erst vor einem Jahr hatte Mayer in Gleißenberg (ebenfalls Landkreis Cham) die Kleinbrauerei Mayerbräu eröffnet, die im ersten Jahr immerhin mit 1.000 hl anrollte. Mit dem 5 hl-Kessel und Lagerkapazitäten von 90 hl stieß er wegen steigender Nachfrage jedoch bald an Grenzen. Mit dem Pachtvertrag mit Strauß ist für Mayer, der bei Dimpfl seit sechs Jahren als Brauer arbeitet und dort auch gelernt hat, Entlastung in Sicht. Mayer übernimmt außerdem Kundenstamm und vier Mitarbeiter. Während in Gleißenberg nun Spezialbiere in kleinen Mengen gebraut werden sollen, wird Mayerbräu fortan in Furth im Wald produziert. Abfüllen lässt Mayer bei Lemberger, Lam, und Rahner, Schönthal. Die in der Region verwurzelte Marke Dimpfl wird nur noch auf Festen ausgeschenkt.
Ebenfalls im Landkreis Cham liegt die 7.000 hl große Genossenschaftsbrauerei Rötz, die im Oktober 2025 Insolvenz anmeldete (INSIDE 987). Dort hat Insolvenzverwalter Hans-Peter Lehner mit Getränkehändler Anton Eberl, einem ausgebildeten Brauer, einen Käufer gefunden. Eberl übernimmt u.a. die Brauanlage. Die Immobilie pachtet er vorerst von Lehner an. Ebenfalls unter die Obhut des neuen Inhabers schlüpfen acht von rund 20 Mitarbeitern.
Abfüllen lässt Eberl ab Februar in der Schlossbrauerei Nabbeck in Schwandorf, die von INSIDERN (neben Rhaner und Jacob, Bodenwöhr) zeitweise selbst als Käufer gehandelt wurden. Die eigene Abfüllanlage in Rötz wird abgeschaltet. Die Produktion läuft dort aber weiter.
