Das laut INSIDERN alles andere als geräuschlose vorzeitige Aus von Stefan Blaschak als CEO der Oettinger Brauerei und bei der Oe International AG in der Schweiz ist eine Zäsur. Die Nachfolge wurde stiller geregelt – zumindest in Teilen.
Abgezeichnet hatte sich der Crash im Donau-Ries vor drei Wochen, als sich Oettinger-Regentin Pia Kollmar mit Hilfe des Beirats wieder in die Gf einsetzte (INSIDE 995). Spätestens da wurde klar, dass dem mit Vertrag bis Sommer 2026 ausgestatteten StefanBlaschak viele neue Türen offenstanden. Vor allem solche nach draußen.
Anders als bei der Oettinger Brauerei GmbH, wo die Gesellschafterin selbst einsprang, musste in Sachen Oe International AG sehr schnell gehandelt werden. Wie es der Zufall will, stand der 2024 von Blaschak beurlaubte Vertriebs-Gf Peter Böck noch on hold, Status „on leave of absence“. Was unbestätigten Gerüchten zufolge nun dazu führte, dass Böck als Verwaltungsrat jener ebenfalls im Sommer 2024 gegründeten Oe International AG im schweizerischen Zug fungiert, die (steuerlich nicht unbedingt nachteilig) den internationalen Vertrieb des Oettinger-Bachladens organisiert.
In der Schweiz lief auch das darbende Russland- und China-Geschäft auf, das sich Blaschak – ohne Peter Böck und den ebenfalls aussortierten Exportchef Enrique Gil Colomer – ab 2024 selbst auf die Fahnen schrieb. Der Erfolg blieb überschaubar, Großkunden wurden zurückhaltend, die Stimmung kippte. Für den Einbruch im Russland-Geschäft (Volumen bis zu 600.000 hl) konnte Blaschak nichts; dafür, dass die Umgehungsroute über Drittländer abriss, vielleicht schon mehr. Auch warf das Markenportfolio auf der Website der Oe International Fragen auf. Nebst Karmeliter, einer mittlerweile bei Rittmayer in überschaubaren Euro-Hektos abgefüllten Klostermarke, findet sich dort ein Bauchladen an wenig erfolgreichen Protein- und anderen mutmaßlichen Gesundheitswässerchen (Joy-Bräu, Oe), die die Welt beglücken sollen. Die 1,7 Mio hl große Hauptmarke Oettinger (INSIDE 992) taucht auf der Seite nicht auf.
Im Februar 2023 hatte Pia K. auf Druck eines (deutschen) Bankenkonsortiums in den Beirat weichen müssen. Sanierungs-Gf Gino Biondi wurde noch im selben Jahr von Blaschak abserviert. Der Ex-Berentzen-Vorstand löste den Konsortialkredit über zwei neue Banken (angeblich Santander und eine österreichische Bank) ab und schloss Ende 2025 den Standort Braunschweig. Insbesondere seine Doppelfunktion als Gf der GmbH und als Chef der Oe International AG wurde hinterfragt.
INSIDER würde es deshalb nicht verwundern, sollte Pia K. die beiden Posten künftig getrennt besetzen. Der Strippenzieherin im Donau-Ries ist vieles zuzutrauen. Nach dem Tod ihres Bruders Dirk 2014 hatte sie mit der Sense all seine Gefolgsleute (u.a. Dr. Karl Liebl, Jörg Dierig) aus dem Haus rasiert. Die Personalie Böck würde bedeuten, dass sie auf Vertraute setzt. Wer das künftig neben ihr in der Gf der Brauerei ist, will sie erst Anfang April bekanntgeben. Dann wird sich herausstellen, ob es der frühere Underberg- und danach Hochwald Foods-Manager Thilo Pomykala ist, der laut INSIDERN zeitweise für den Job gehandelt wurde. Er wurde im September 2025 von seinen Aufgaben bei Hochwald entbunden.

