Pia Kollmar, Gesellschafterin und Kopf der Oettinger Brauerei, hat sich nach drei Jahren aus dem seinerzeit von den Banken angeordneten Eremitendasein verabschiedet und ist wieder zurück in der Geschäftsführung. Ein Paukenschlag. Nicht nur ist Pia K. jetzt wieder operativ in Sachen Finanzen und Strategie on top – der bisherige Allein-Regent, CEO Stefan Blachak, ist damit auch massiv eingestutzt (und darf auch nicht mehr Geschäfte mit sich selber machen).
Überraschend an dem Move ist mehr als die Tatsache selbst, dass Pia K so rustikal wieder zurückkommt, der Zeitpunkt. Mitte des Jahres hätte sich die Personalie Blaschak zumindest als CEO der Oettinger GmbH (nicht unbedingt die als Vorstand der Schweizer Oe International AG) ohnehin erledigt. Dann läuft sein Dreijahresvertrag im Donau-Ries aus. Aber anscheinend hatte es Pia K wirklich eilig. Weil noch ein paar Dinge zu klären sind?
INSIDER wetten schon jetzt drauf, dass es bis zu einer Bestellung einer neuen kompletten Geschäftsführung dann auch nicht mehr bis zum Sommer dauern wird. Analog zu den meisten Konzern-Gfs müsste Pia K zumindest noch einen Vertriebs- und einen Technik-Gf rekrutieren. Der bislang letzte Vertriebs-Gf Peter Böck war von Blaschak 2024 entlassen worden, der letzte Technik-Gf Dr. Andreas Beottger 2022 von Pia K selbst. Auch der interimsweise bestellte Sanierer Gino Bioni musste 2024 das Feld räumen. Blaschak, Biondi, Böck und Boettger: Man darf ja schon mal rätseln, ob der (oder die) nächste nochmal ein B wird.
Blaschak immerhin, das muss man ihm zugute halten, hat seinen Job mit der Schließung des Werks Braunschweig (die ihm viele auch persönliche Angriffe einbrachte) getan. Ob und wie lange er noch Lust hat, seine möglicherweise noch länger dauernden Verträge bei Firmen, die der Familie Kollmar zuzurechnen sind (also z.B. Oe in der Schweiz) zu erfüllen, wird sich ja bald zeigen.

