Pia K. setzt bei Oettinger die Messer an

Echter Renner: Karmeliter von Oettinger, in einer Rewe-Aktion für 3,99 Euro pro Kasten. Auch wenn es sich dabei vermutlich um MHD-Ware handelte: Mit Ladenhütern wie diesen wirbt die in der Schweiz ansässige OE International für ihr Portfolio (u.a. auch mit dem Protein-Bier Joy Bräu und der Oe-Ballaststoff-Limo)

In einem kathartischen Akt der Selbstbestimmung reißt Oettinger-Regentin Pia Kollmar das Ruder auf ihre Seite und degradiert den bisherigen Allein-Gf Stefan Blaschak zur Lame Duck. Ein harter Cut im Donau-Ries – und ein längst überfälliger.

Eigentlich hätte Pia Kollmar sich ja noch Zeit lassen können: Blaschaks Vertrag als CEO der Oettinger Brauerei GmbH läuft im Sommer 2026 ohnehin ab. Offenbar hatte sie es aber eilig. Per 11. Februar rückte die Matriarchin mit freundlicher Unterstützung der Gesellschafter und des Beirats (neben Pia K. ihre Mutter Ingrid, die Töchter Michelle und Pascale, der Wirtschaftsprüfer Gunther Düll und der Kaufmann Armin Thienel) wieder in die Kommandozentrale ein, die sie im Februar 2023 auf Druck der Banken verlassen musste. Durch die hübsch wie harmlos als „Erweiterung der Geschäftsführung“ titulierte Rückeroberung der Fachbereiche Finanzen und „Strategie“ erhält Pia K. vollen Einblick in die Bücher und die von Blaschak abgeschlossenen Deals – auch die mit der in dauerhaftes Schweigen gehüllten Schweizer OE International AG (Vorstand: Stefan Blaschak), die den internationalen Vertrieb diverser Oettinger-Produkte (Oe Water, Karmeliter und auch Oettinger Biere) organisieren soll. Als Oettinger-CEO und OE-Vorstand war Blaschak längere Zeit in delikater Doppelfunktion unterwegs; seit 11. Februar ist ihm die „Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen“ (ergo die Befreiung von § 181 BGB) wieder entzogen. 

Nach seiner Installierung zum Juli 2023 hatte der mit einer illustren Vergangenheit (u.a. Berentzen) ausgestattete Blaschak erst den als Sanierer eingestellten Gino Biondi und dann Vertriebs-Gf Peter Böck abserviert, ein Bankenkonsortium durch neue Finanzierer (angeblich Santander und Banken in Österreich) abgelöst und Ende vergangenen Jahres mit großer Begleitmusik den Standort Braunschweig geschlossen. Der noch vor seiner Zeit absolvierte Verkauf des Standorts Gotha (an Paulaner) dürfte maßgeblich in die 2024er-Bilanz mit einem Jahresüberschuss von rund 11 Mio Euro eingeflossen sein. 

Gerade um Blaschaks Mehrfachfunktionen (neben Oettingen und der Schweizer AG auch bei der nach Dessow umgezogenen Oettinger-Logistiktochter TSL – Transport Service Logistik GmbH) gab es immer wieder Gerede. Auch wenn in der Schweiz offiziell Erfolgsgeschichten für den Export des immer größeren AfG-Bauchladens unter dem Oe-Dach und KarmeliterHell fabriziert wurden: INSIDER haben Zweifel, dass das von Blaschak erdachte Geschäftsmodell aufgeht – zumindest für Oettinger. Pia K. dürfte die knappe Zeit nutzen, ihre eigene Beurteilung der Dinge zu treffen. 

Es laufen Wetten, dass es schon deutlich vor Ende Juni eine komplett neue Geschäftsführung in Oettingen gibt. Ob Blaschak dann seinen noch länger laufenden Vertrag bei der Oe International erfüllt oder einvernehmlich neue berufliche Herausforderungen annimmt, dürfte sich zeitnah zeigen.   

Btx: Echter Renner: Karmeliter von Oettinger, in einer Rewe-Aktion für 3,99 Euro pro Kasten. Auch wenn es sich dabei vermutlich um MHD-Ware handelte: Mit Ladenhütern wie diesen wirbt die in der Schweiz ansässige OE International für ihr Portfolio (u.a. auch mit dem Protein-Bier Joy Bräu und der Oe-Ballaststoff-Limo) 

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