Reissdorf muss wieder wechseln

Ruth Rubey: Blick Richtung Rhein-Ahr-Eifel

Ingo Pardon

Nach nicht mal zwei Jahren muss die rund 450.000 hl große Privatbrauerei Heinrich Reissdorf die Vertriebsspitze neu besetzen. Erst im Frühjahr 2024 wechselte die Ex-AB Inbev-Frau Ruth Rubey nach zehn Jahren Gerolsteiner zu Reissdorf. Sie folgte auf Bernhard Hohmann, der 25 Jahre lang den Absatz des Kölsch-Marktführers verwaltet hatte. Nun sickerte durch, dass Rubey, 47, ihren Job in Köln-Rodenkirchen an den Nagel hängt.

Ein Rückschlag für die geschäftsführenden Gesellschafter Michael von Rieff, 84, und Sohn Christian von Rieff, 52, die Hoffnung hatten, mit Rubey den kontinuierlichen Weg im Vertrieb fortführen zu können. Doch der Druck auf die gebürtige Kölnerin war gewaltig. Den Nachholbedarf der Brauerei hatte sie offenbar deutlich unterschätzt. 

Seit einigen Jahren schon sieht sich Reissdorf mit schwindenden Absätzen konfrontiert. Dem Volumen nach ist Gaffel durch den Zukauf von Mühlen-Kölsch an Reissdorf herangekommen. Rubey kann für sich beanspruchen, das über Jahrzehnte nur auf Kölsch ausgerichtete Produktportfolio, um zwei neue Produkte (Dröppche, Kölner Radler) erweitert zu haben. In Kürze folgt noch Kölner Radler Alkoholfrei und eine Reissdorf Fassbrause.

Rubey zu Rhodius, Pardon zu Reissdorf

Nach INSIDE-Recherchen kehrt Rubey demnächst wieder in die Brunnen-Welt zurück. Im April 2026 dürfte sie zu Rhodius Mineralquellen wechseln und dort unter Inhaberin Frauke Helf eine noch nicht näher bekannte Rolle im Vertrieb übernehmen. 

Rubeys Entschluss, das Kölsch-Abenteuer zu beenden, soll schon im Sommer gefallen sein. So haben die von Rieffs bereits einen Nachfolger aufgetrieben, den Rubey ab nächster Woche einarbeiten wird. Der langjährige Pils-Verkäufer Ingo Pardon wechselt nach Köln. Pardon war ein Vierteljahrhundert bei Warsteiner, zuletzt als VKL Handel im Kerngebiet (NRW) ehe er im Sommer trotz hoher Reputation bei Kunden freigestellt wurde. Der Sauerländer soll nun schaffen, was Rubey schon versucht hatte: Die Kehrtwende für Reissdorf.

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