Rhodius schaltet auf Aluflasche

Die Getränkedose erobert kontinuierlich ihre Relevanz zurück. Nun geht der Abfüllspezialist Rhodius einen Schritt weiter, baut für einen mittleren siebenstelligen Betrag eine Dosenlinie zu einer Hochgeschwindigkeitslinie für Aluflaschen um – und positioniert sich als FullServicePartner für das Gebinde.

Ab Juli läuft die Anlage in Burgbrohl mit bis zu 50.000 Aluflaschen pro Stunde. Nach Rhodius-Angaben ist eine solche Anlage europaweit einzigartig. Flaschenlieferant ist der japanische Hersteller Daiwa. Ball in den USA war offenbar ebenfalls im Gespräch, fiel aber wegen schlechterer Lieferbedingungen durch. Von Daiwa kommen zwei Formate: 400 ml mit 38mmHals und 250 ml mit 28mmHals (siehe Bild). Damit sollen verschiedene Getränkekategorien und Markenpositionierungen abgedeckt werden – von CSD bis RTD. Die Flaschen wiegen rund 20 Gramm und damit etwa die Hälfte handelsüblicher Aluminiumflaschen; eine Aludose liegt je nach Größe zwischen etwa 11 und 18 Gramm. Preislich spielt die Flasche in einer anderen Liga: 24 bis 27 Cent laut INSIDERN, etwa das Dreifache einer Dose. In puncto Recyclingfähigkeit bestehen keine Unterschiede. Die Flaschen können das DPG-Logo tragen und laufen über die üblichen Rücknahmeautomaten.

Rhodius‘ geschäftsführende Gesellschafter Frauke Helf und Hannes Tack zielen mit dem Projekt nicht nur auf den deutschen Markt. In Europa gibt es lediglich kleinere Abfüller für Aluminiumflaschen. In Deutschland bietet etwa die Molkerei Münsterland CoPacking in Aluflaschen an; dort wird laut INSIDERN auch die Functional-Drink-Marke Juma abgefüllt. Juma wurde vor wenigen Tagen vom 2022 gegründeten Frankfurter Startup food42morrow (Raoul und MaxKammann sowie Carlos Lopez Granado) an die BerentzenGruppe verkauft. Der bisherige Absatz lag bei wenigen hunderttausend Flaschen. BerentzenCEO Oliver Schwegmann unterfüttert mit dem Nischenprodukt seine Hoffnungsstrategie „Berentzen Evolve 2030“. Will Berentzen die Marke skalieren, führt an Rhodius künftig kein Weg vorbei.  

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