Rotkäppchen-Mumm: Kniffliges für Wiesner

Bei Rotkäppchen-Mumm warten auf Silvia Wiesner, seit 1. März Chefin des am Doppelstandort Eltville und Freyburg an der Unstrut beheimateten Sektunternehmens, anspruchsvolle Aufgaben.

Für 2024 hat ihr Vorgänger Christof Queisser „im schwierigen Umfeld“ ein leichtes Brutto-Umsatzplus auf 1,28 Mrd Euro (inklusive Sekt- & Alkoholsteuer, ohne Mehrwertsteuer) vermeldet. Schaumwein hat demnach insgesamt um 2% auf 647 Mio Euro zugelegt. Beim Geschäft mit dem Wein war es ein Zuwachs von 7% auf 268 Mio Euro. Spirituosen verloren 6% Umsatz auf 387 Mio Euro. 

Die Marke Rotkäppchen kommt laut Queisser auf einen Marktanteil von 38%. Seit 2005 ist die Marke, die 1993 mit einem Umsatz von 14,8 Mio D-Mark begann, die Nummer 1 im deutschen Sektmarkt. Als Queisser vor zwölf Jahren antrat, war der Sektmarkt noch deutlich größer, etwa ein Viertel. 

Der Absatz von Rotkäppchen Sekt, betrug 2013 nach INSIDE vorliegenden internen Zahlen 122,5 Mio Liter. Er stieg 2014 auf 131,8 Mio Liter, 2015 auf 133,6 Mio Liter und erreichte 2016 seinen Höhepunkt mit 146,5 Mio Liter. Danach ging es ein paar Jahre abwärts bis 2021 auf einen 131 Mio Liter und damit knapp unter dem Niveau von 2014. 2022 lief es dann besser mit 136,8 Mio Liter. 2023 waren es 134,9 Mio Liter. In Relation dazu – und so macht es Sinn – ist Ergebnis der Marke deutlich schlechter geworden. 2013 blieben noch 38,3 Mio Euro unterm Strich. 2014, dem ersten Queisser-Jahr 12,6 Mio Euro. Anschließend ging es wieder bergauf – 2015 waren es 23,4 Mio Euro, 2016 dann 33,8 Mio Euro, 2017 sogar mehr als 2013, nämlich 38,7 Mio Euro. Danach ging es wieder rasant nach unten auf 27,6 Mio Euro im Jahr 2020, 26, fünf Mio Euro 2021 auf den Tiefststand 15,1 Mio Euro 2022, zuletzt wieder etwas rauf auf 18,1 Mio Euro. 

Die Marke Rotkäppchen, im neuesten Bericht und auf der Homepage als „Lovebrand“ bezeichnet, ist nicht in allen Punkten ein Schätzchen. Ihre Geschwister wie Geldermann oder Mumm sollen zuletzt gewachsen sein. Daneben gab es Zukäufe wie Ruggeri Prosecco, klein und fein. Spirituosen tun sich schwer. Wein ist dank einer Marke besser dabei. Und das hat einen Grund. 2018 wurde eine ganze Handelsstruktur mit Eggers & Franke/Reidemeister & Ulrichs in Bremen erworben. Mit Eggers & Franke wurde der Sprung über die Umsatz-Milliardenschwelle genommen, wenn dabei auch die Sekt- und Alkoholsteuer eingerechnet wird. Die Weinmarke Doppio Passo, die Christoph Meier mit Eggers & Franke an Rotkäppchen-Mumm abgab, war ein Glücksgriff. Sie tummelt sich genau in dem Segment, dass noch läuft im sonst mauen Weingeschäft. Es hängt nach wie vor viel an Rotkäppchen. Der Umsatz des Konzerns ist mit der Summe der Maßnamen gewachsen. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich dabei nahezu verdoppelt auf 1.000.       

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