Es ist das Ende einer einst vielversprechenden Geschäftsidee. Die in die Insolvenz gerutschte Späti-App Magaloop kann nicht mehr gerettet werden. Mitgründer Uwe Hölzer ist trotzdem weiterhin gefragt.
Mit einer selbstentwickelten App wollte das 2018 gegründete Berliner Unternehmen Magaloop den undurchsichtigen, aber mit über 15 Mrd Euro Umsatz äußerst lukrativen Impulsmarkt zugänglich machen und einen Marktplatz für freie Händler schaffen. Doch der mit viel Venturekapital aufgeladenen mutmaßlichen Erfolgsgeschichte wurde im Juli abrupt der Stecker gezogen (INSIDE 956). Während der Insolvenz bestand zunächst Hoffnung auf Fortführung der Geschäfte. Insolvenzverwalter Jesko Stark von GTRestructuring gelang es jedoch nicht, einen Investor vom Gesamtpaket zu überzeugen.
Vergangene Woche hat Team Beverage für ihre Gastronomie-Plattform Gastivo schließlich die Software von Magaloop übernommen und plant, deren Funktionen in das eigene System zu integrieren. Ziel sei es, die Bestellplattform um zusätzliche Features wie Mehrsprachigkeit, eine Kontakt-/Chatfunktion, Warenscan und neue Vermarktungsmöglichkeiten zu erweitern.
Nach dem Verkauf der Software hat Magaloop nur noch ein Asset: die Kundendaten. Was mit diesen geschieht, ist bislang nicht bekannt. Das operative Geschäft von Magaloop soll INSIDERN zufolge demnächst eingestellt werden. Magaloop hatte über die eigene App-Lösung rund 6.000 unabhängige Einzelhändler (Kioske, Spätis, Tankstellen, Cafés, Bäckereien etc.) mit rund 100 aufgeschalteten Großhändlern verbunden. Ihnen wollen die Berliner zeitnah App-Alternativen wie eben Gastivo vorschlagen. UweHölzer, Mitgründer der Späti-App, soll dem Vernehmen nach trotz der Pleite für einige seiner Industriekunden den Impulsmarkt weiterhin zugänglich machen.

