Stecker gezogen: Waldhoff räumt Paderborn ab

Ein Jahr lang hat Waldhoff versucht, den Standort Paderborn künstlich am Leben zu halten. Jetzt stellt VertriebsGf Torsten Fickert alle Maßnahmen ein. Nach dem Verlust der Rewe-Strecke ist der Standort wirtschaftlich am Ende. Die Kunden wandern nach Höxter oder zur lokalen Konkurrenz. 

Die Getränke Waldhoff und Voß GmbH in Paderborn ist der kleinste der elf Waldhoff-Standorte. Rund 12 Mio Euro wurden dort umgesetzt, davon allein 8 Mio Euro mit dem Rewe-Geschäft im Großraum Hannover. Nachdem sich Rewe mehrheitlich an Trinks beteiligt hat und das Rewe-Volumen dorthin umgezogen ist, traf das Paderborn mit voller Wucht. Alle Versuche, den Standort zu stabilisieren, verpufften. Nun macht Vertriebs-GF Torsten Fickert zu. Der Mietvertrag läuft noch bis etwa Ende Juni. Rund zehn Mitarbeiter verlieren ihren Job. 

Das verbliebene Geschäft wird – eine Handvoll Kunden soll an Getränke Driller gehen, und auch Getränke Kriegesmann dürfte profitieren – in den 55 km entfernten Standort Höxter integriert. Dort arbeitet Waldhoff mit einem modernen, digitalisierten Lager und LFS-System. Wie Paderborn wird auch Höxter von Jörg Leuchtmann (Vertrieb Handel) und Ralf Konze (Gastronomie) geführt. Künftig muss die Belieferung über das hügelige Eggegebirge erfolgen. Fickert setzt darauf, dass die Volumenbündelung den Deckungsbeitrag in Höxter hebt und damit die Gesamtrentabilität stärkt.

Am Standort Hannover zieht sich indes nach INSIDER-Informationen Axel Schulte, 62,in die zweite Reihe zurück, bleibt aber weiterhin Prokurist und im Vertrieb tätig. Für ihn soll Waldhoff den ehemaligen Campari-VKL Aniello Cozzolino als Betriebsleiter an Bord holen, der perspektivisch die Vertriebsführung übernehmen soll. Waldhoff will sich – notgedrungen – von der starken Abhängigkeit vom LEH lösen, das Gastroprofil schärfen und stärker in die Bereiche Wein, Sekt und Spirituose gehen. Mit der Verpflichtung von Cozzolino ist der erste Schritt getan.

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