Splendid verkauft vier Standorte

Günter Thiel, 73, arbeitet am Exit

Splendid Drinks trennt sich von weiteren Standorten. Wie INSIDE bestätigt bekommen hat, ist der Verkauf der Gastro-GFGHs Splendid Hamburg (vormals Goettsche Getränke) und Splendid Grömitz (vormals Getränke Esling) in trockenen Tüchern. Die Krombacher Gruppe bzw. ihre GFGH-Sparte GMS Getränke & Mehr Servicegesellschaft mbH übernimmt die beiden Standorte mit Mann und Maus. 

Damit sendet Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg ein eindeutiges Signal: Er will weiter in eigene Gastro-GFGH-Strukturen investieren. Ein Metier, in dem auf Herstellerseite zuletzt nur noch die Radeberger Gruppe (Drinkport) expansiv unterwegs war. Die hat Schadeberg in Hamburg nun ausgestochen. 

Freie GFGHs wie Beckröge, Ahlers, Kirchhoff oder Bohnhoff haben sich offenbar nicht in das Bieterverfahren eingeklinkt. Goettsche, früher mal die No. 1 in Hamburg, gilt als weitgehend ausgelutscht. Zuletzt hatte Carlsberg (Astra/Holsten) noch zwei der mit Abstand wichtigsten Kunden (Millerntor-Stadion und Barclays-Arena) zu Beckröge abgezogen. Immerhin das Volksparkstadion (König-Pilsener) ist geblieben.

Krombacher verfügt in Hamburg bereits über die GFGHs Prey und Schweim, an der Ostküste ist Krombachers GMS-Manager Frank Jungk bei Burmeister-Lübeck und Fohsack-Dassow aktiv.

Geesthacht und Querfurt an DGL

Zeitgleich soll Splendid Drinks-Inhaber Günter Thiel (wie in der aktuellen INSIDE-Printausgabe - "Stotter-Exit" - angekündigt) auch der Verkauf von zwei Logistik Standorten geglückt sein. Wie INSIDER berichten, übernimmt die zur Oetker-Hemisphäre gehörende DGL die Standorte Geesthacht (nahe Hamburg) sowie Querfurt (vormals Solid). An diesen beiden Standorten fährt Splendid zum überwiegenden Teil Edeka-Umsätze. Einen allzu dicken Kaufpreis dürfte Thiel nicht kassiert haben, die Standorte hingen bereits am Haken: Die DGL hatte kürzlich eine Exklusivvereinbarung mit der Edeka abgeschlossen. 

Beide Deals stehen noch unter Vorbehalt. Zuerst muss das Kartellamt zustimmen. 

Wie es für die übrigen “Restanten” des Splendid-Imperiums weitergeht, ist nicht entschieden. Thiels GFGH-Abenteuer ist noch nicht beendet. 2017 hatte der Logistik-Unternehmer begonnen, GFGHs zu kaufen, aus denen er eine flächendeckende Distributionsmaschine formen wollte. Doch die Pläne scheiterten im Detail. Nun ist das Problem: Es gibt keine Interessenten für das gesamte Konglomerat. Er muss für einen Exit scheibchenweise vorgehen. 

Immerhin sollen für für die knapp 60 Mio Euro Umsatz große Fachmarktschiene Getränkewelt Gespräche mit u.a. Waldhoff, Getränke Hoffmann (Radeberger) und Geins geführt werden.

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