Team Beverage schiebt Einkauf zu Hoffmann

Die Getränke-Plattform gibt den Einkauf für ihre Einzelhandelssparte ab. Künftig wandert das Volumen der bei Team Beverage angeschlossenen Märkte zur Tochter eines Gesellschafters.

Die zur Radeberger Gruppe zählende Fachmarkt-Kette Getränke Hoffmann wird künftig auch das Einzelhandelsvolumen der Team Beverage AG verhandeln. Team Beverage-Vorstand Silke Rösler und Einzelhandelschef Martin Glatz unterrichteten Anfang der Woche ihre Mitglieder, die nicht alle mit Begeisterung reagierten. Das etwas passieren musste war gleichwohl klar.

Zum 31.12. endet der Vermarktungsvertrag mit der Pro Getränke AG des früheren TB-Vorstands Thorsten Schön. Damit verliert Team Beverage laut INSIDERN ihren größten Geldbringer und Team Beverage Einzelhandel einen Gutteil des Volumens. Die verbliebenen, je nach Lesart 600 - 1.000 Märkte bringen nicht mehr genug auf die Waage, um an die größeren Töpfe zu kommen. So führten Rösler und ihr CEO Dr. Thomas Spiegel viele strategische Gespräche mit Wettbewerbern, an deren Ende nun eine pragmatische Lösung steht. Ab Januar 2025 wandert das Einkaufsmandat zu Hoffmann rüber. Damit wird in Groß-Kienitz künftig neben den eigenen rund 600 Märkten auch der Einkauf des Team Beverage Fachmarkt-Sammelsuriums gebündelt.

In Memoriam Beveco

Welche Folgen dies auf die alljährlichen Einkaufsverbesserungen von Getränke Hoffmann hat, muss sich zeigen. Die Industrie jedenfalls wird auf eine Verwässerung hinweisen. Für die TB-Mitglieder könnten sich kurzfristig Verbesserungen ergeben, allerdings formulieren Verleger Zweifel, ob die Hoffmann-Einkäufer jede spezifische Vermarktungsvereinbarung tatsächlich bis in die letzte Pore des Kooperationsgeflechts verhandeln und durchreichen werden. Und manch Team Beverage-GFGH hatte sich bewusst gegen eine von einem großen Player dominierte Verbundgruppe (z.B. GVG/Rewe) entschieden, ist nun aber bei Radeberger/Hoffmann angedockt. Ironischerweise hatte der inzwischen bei Pro Getränke gelandete Georg Gorki mit seiner Beveco schon einmal an einer Zusammenlegung des Einkaufs der mannigfaltigen Oetker-Interessen gebastelt kam aber über Hoffmann nie hinaus. Die Versuche scheiterten an inneren Widerständen – u.a. bei Team Beverage.

Wie der 10-%-Gesellschafter Paulaner zu der Verlagerung zur Radeberger-Tochter steht, ist nicht überliefert. Transgourmet, zusammen mit Radeberger-Mutter Oetker im Joint Venture FBS vereint und darüber 90-%-Gesellschafter der Team Beverage AG, scheint nichts auszusetzen zu haben. Das Interesse von Transgourmet an Team Beverage beruhte nie auf dem Einzelhandel. Die Schweizer erhoffen sich über den Gastro-GFGH Zugang für ihren Foodvertrieb.       

Share this article: