Viel Rauch um nichts

Machten auf der Waldhoff Hausmesse schon mal auf die Filler Range aufmerksam: Rauchs VKD Nord Julian Kempgensteffen mit den GVLs Patrick Neeß und Patrick Onofrietti (v.re.n.li.)

Noch bevor im April die erste Filler‑Range von Rauchs Gastronomiemarke Franz Josef Rauch (FJR) überhaupt im deutschen Markt aufschlägt, sorgt das Projekt wegen Kopiervorwürfen für Wirbel.

Zunächst kursierten in der Branche Mockups, die eine verblüffende Ähnlichkeit zu einem bekannten Mitbewerber hatten. Später stellte sich heraus: reine KI‑Spielerei, intern gedacht, extern gelandet. 

Wie die Bilder ihren Weg aus dem Rauch‑Netzwerk fanden, weiß niemand so genau. Das endgültige Design der acht Sorten (Ginger Beer, Bitter Lemon, White Peach, Wild Berry, Pink Grapefruit, Tonic Water, Dragonfruit, Ginger Ale) grenzt sich nun deutlich von der Konkurrenz ab. Angeboten wird die Range im 24x0,2‑l‑MW‑Glas sowie im 6x1‑l‑MW‑PET. Auch der Claim „Born to be Bold“ wurde gestrichen. Ein kurzer Blick nach Paderborn dürfte gereicht haben. 

Bleibt die eigentliche Frage: Warum will Rauch in dieser Kategorie überhaupt mitmischen? Selbst die große „Stiefschwester“ Red Bull hat sich im Filler‑Segment eine blutige Nase geholt. Dazu kommt: Praktisch alle Filler‑Hersteller leiden unter dem rückläufigen Alkoholkonsum und versuchen sich mit neuen Narrativen und Positionierungen über Wasser zu halten. 

Aus internen Kreisen heißt es, dass FJR preislich unterhalb der Premiummarken Schweppes, Fever‑Tree (das sich künftig breiter als Premium-Getränkemarke mit Softdrinks und alkoholfreie RTDs aufstellen will) und Thomas Henry seinen Platz sucht – ungefähr auf Goldberg‑Niveau. 

Das bestehende Netzwerk, so die Hoffnung, soll schnelle Listungen im GFGH und entsprechende Platzierungen ermöglichen. Zudem sieht Rauch Potenzial im wachsenden Mocktail‑Segment, das von vielen Herstellern inzwischen als Rettungsanker für die Kategorie betrachtet wird. 

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