Vorsicht vor Insolvenz-Fälschern

Mit dem Mail-Betreff „Große Getränkeposten aus Insolvenz – Restbestände frei Haus” versenden Betrüger derzeit unter geklauter Identität fingierte Gerichtsbeschlüsse sowie Güterlisten eines insolventen Getränkehändlers an GFGHs in ganz Deutschland. Nach Anwälten aus Bitburg und Köln hat es jetzt den Juristen Stefan Zinsser aus Erfurt erwischt. Zinsser selbst warnt: Wer von der Mailadresse info(at)rechtsanwalt-zinsser.de ein solches Schreiben (das angesichts der vielen Emojis offensichtlich mithilfe einer Künstlichen Intelligenz erstellt wurde) empfängt, soll unter keinen Umständen darauf reagieren. Er selbst habe Anzeige erstattet. Mindestens zehn Händler hätten sich schon bei ihm gemeldet.

Die Fälscher gehen vor, wie sie es in der Vergangenheit getan haben: Sie geben sich als Anwälte aus (in diesem Fall als Stefan Zinsser) und behaupten unter deren Namen, Verwalter für einen insolventen Händler zu sein. In diesem Fall (und wie auch schon in dem Fall in Köln im vergangenen Oktober) handelt es sich um den tatsächlich insolventen Händler Manfred Marx Getränke GmbH

Wie INSIDE-Recherchen aus der Vergangenheit zeigen, ist für den Fall von Marx in Wirklichkeit Rechtsanwalt Markus Nowak, Köln, zuständig. Und das Verfahren läuft bereits seit 2020, erst vor wenigen Tagen wurde es eingestellt. Auch im Gerichtsbeschluss und auf der Insolvenzgüterliste gibt es deutliche Hinweise auf eine Fälschung. Zum Beispiel fehlt die Anschrift des Amtsgerichts (in diesem Fall Köln). Und auch die Güterliste dürfte so manchen Händler stutzig machen: Die Unmengen an Coca-Cola, Red Bull, Bitburger, Erdinger, Jägermeister und Co dürften auch in den besten Zeiten nicht im Lager von Marx Getränke zu finden gewesen sein.

Share this article: