Bierothek: Warstein raus, Untappd rein

Der Online-Marktplatz Bierothek stellt sich nach dem Ausstieg von Warsteiner neu auf. Mit dem neuen Mehrheitseigner folgt auch ein neuerGeschäftspartner.

Unter Ex-CEO Helmut Hörz streckte die Warsteiner Brauerei ihre Arme wie ein taumelnder Oktopus in sämtliche Richtungen aus. Seit Hörz‘ Rauswurf im November sortieren sich die Sauerländer. Marketing- und Vertriebs-Gf Raphael Rauer prüft alle Geschäftsfelder und Personalien (siehe S. 20). Im E-Commerce hat der Ex-Paulaner-Gf eine Entscheidung getroffen: Die Mehrheitsbeteiligung an der Bierothek Group – das Haus Cramer hielt über seine Beteiligungsgesellschaft H.C. New Ventures One 55,78% – wurde abgestoßen. Hörz ließ sich offenbar (so ganz genau wusste man das in Warstein nie) vom kleinteiligen Direktvertrieb des Online-Marktplatzes begeistern.

Nun hat der Serial Entrepreneur und CEO von Black Forest Consulting Günter Wiskot die Anteile übernommen. Indien-Experte Wiskot ist seit Anbeginn mit Bierothek-Gründer Christian Klemenz verbandelt. An der Bierothek Group hielt Wiskot zuvor bereits 10,55%, die er nun auf 66,33% aufgestockt hat. Unter dem neuen Mehrheitsgesellschafter hat Gf Klemenz direkt eine neue Kooperation eingetütet. Die Bierothek dient ab sofort in neun europäischen Ländern, in denen der Marktplatz selbst aktiv ist (Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich, Belgien, Dänemark, Schweden und Finnland) als Versandpartner der weltweit größten Biertasting-App Untappd

In Holland, wo die Bierothek auch am Netz ist, kooperiert Untappd mit Swinkels. Das Modell: Verbraucher können Biere über die Tasting-App einem Warenkorb hinzufügen. Nach abgeschlossenem Kauf übernimmt die Bierothek den Versand der Ware an den Endkunden. Durch die neue Partnerschaft sowie die jeweils spezifischen Sprachversionen der Website in den einzelnen Ländern verspricht sich die Bierothek, ihre Sichtbarkeit und Bekanntheit im Ausland zu erhöhen und die Reichweite zu verfünffachen. HR-Unterstützung bringt Mehrheitsgesellschafter Wiskot mit: Er stellt über seine IT-Firma in Indien zusätzliche Software-Entwickler ein.

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