Warsteiner: Analyse zum Absatz 2025

Unerschrocken: Raphael Rauer

Die Restrukturierung der Haus Cramer Gruppe läuft seit acht Jahren, als die inzwischen längst wieder vom Hof geschickten Berater von Roland Berger das Terrain betraten. Bis heute muss Inhaberin Catharina Cramer nachschießen. Die Ergebnisse verbessern sich zwar. Aber langsam. Die Lohnbrau-Sparte HC Solutions entlastet die darbenden Braustätten. Unterm Strich lag der Ausstoß der Gruppe sogar leicht über Vorjahr. Im Markenbereich sah es jedoch trübe aus. Paderborner verlor (aufgrund verlorener Kaufland-Mengen, die sich Oettinger zurückholte) rund 9% auf 550.000 hl. Herforder schrumpfte um 11% auf 180.000 hl. Das Flaggschiff Warsteiner verlor 7,8%, im Inland sogar 9,3%. Nur das helle Oberbräu stürmt mit 46% auf 80.000 hl. 

Mit einer Preiserhöhung war Warsteiner ins Jahr 2025 gestartet, auf dem Niveau der Wettbewerber war für die frühere Pilskönigin nicht viel zu holen. Im Februar gehen die Preise noch mal hoch. Warsteiner-Chef Raphael Rauer kennt keine Furcht. Weitere Absatzverluste sind eingepreist. Die Frage, welchen Teil einer Preiserhöhung der Handel abpresst, ist für alle deutschen Getränkemarken wichtig. Für Warsteiner ist sie entscheidend. 

Der Glaube an die Zukunft ist weiterhin da, die seit letztem Jahr nicht mehr operativ tätige Cramer und ihr Management verfolgen einen langfristigen Plan. Dabei spielt die Gesundung der Hauptmarke eine zentrale Rolle. Demnächst sollen erneute Korrekturen an der Marke sichtbar werden. Anders als 2023, als in eine Kampagne („Der Mann im Kühlschrank“) über 40 Millionen Euro gesteckt wurden, bevor sie nach nur einem Jahr wieder eingestampft wurde. Die Liste von dummen Geldverschwendungen ist lang in der Sauerländer Biergeschichte. Aber das 40 Millionen-Strohfeuer von 2023 hat einen Platz ganz oben. Der neue Marketing-Anlauf ist nachhaltiger angelegt. 

Alle Analysen zum Absatz 2025: 

1. Krombacher
2. Veltins
3. Bitburger
4. Paulaner
5. Beck's
6. Warsteiner
7. Oettinger
8. Augustiner
9. Erdinger
10. Hasseröder
11. Radeberger
12. Mönchshof
13. Ur-Krostitzer
14. Jever
(15. Franziskaner)

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