Erdinger: Analyse zum Absatz 2025

Knapp daneben: Wolfgang Kuffner und Dr. Stefan Huckemann

2025 war für Erdinger Weißbräu das Jahr das Umbruchs. Inhaber Werner Brombach, 86, überführte seine Brauerei in eine Familienstiftung. Marketing-Mann Wolfgang Kuffner löste den langjährigen Vertriebs-Gf Josef Westermeier ab, Handelschef Ralf Böhm stieg zum Gesamtvertriebsleiter auf und am Jahresende nahm Auslandschef Marcus Korte den Hut, um an Dirk von Kries zu übergeben. Der Umbruch sollte auch ein Aufbruch sein. CEO und Technik-Chef Dr. Stefan Kreisz gab Absatzwachstum als Ziel aus. Das wurde im ersten Stiftungsjahr knapp verpasst. Die untergärige Palette Erdinger Brauhaus blieb trotz der starken Einführung von Hell alkoholfrei (bis Jahresende 25.000 hl), unter den Erwartungen. Immerhin zeigt die Kurve bei Weißbier (auch dank der schwächelnden Konkurrenz von Franziskaner) nicht mehr so eindeutig nach unten. Beim alkoholfreien Weißbier konnte Kuffner (inkl. der Mix-Varianten) sogar ein Plus verbuchen. 

Die verpassten Planzahlen halten die Oberbayern nicht davon ab, sich auch für 2026 ein kleines Absatzplus ins Gebetbuch zu schreiben. Und das trotz der dicken Preiserhöhung, die Böhm und sein im Mai geholter Handelschef Michael Grupp zwar bei den Zentralen durchboxen konnten, deren Akzeptanz aber noch von der letzten Instanz aller Marken, vom Verbraucher, akzeptiert werden muss.

Dafür, dass es in der hübschen Hüttenatmosphäre in Erding nicht allzu kuschlig wird, sorgt Finanz-Geschäftsführer Dr. Stefan Huckemann. Zu recht: 2022 ist das EBITder Erdinger Weißbräu GmbH auf minus 5 Mio Euro gerutscht. 2023 liefen 3,6 Mio Euro und 2024 noch Minus 1,4 Mio Euro auf. Eigentlich sollte 2025 mal wieder was verdient werden. Da könnten erfüllte oder nicht erfüllte Absatzhoffnungen durchaus eine Rolle gespielt haben. Ein kleines Aufbruchsignal gab es 2025 dann doch: Erdinger ist an Hasseröder vorbei auf einen einstelligen Tabellenplatz in der Hitliste geklettert. 

Alle Analysen zum Absatz 2025: 

1. Krombacher
2. Veltins
3. Bitburger
4. Paulaner
5. Beck's
6. Warsteiner
7. Oettinger
8. Augustiner
9. Erdinger
10. Hasseröder
11. Radeberger
12. Mönchshof
13. Ur-Krostitzer
14. Jever
(15. Franziskaner)

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