„Wir wollen wachsen“. Die frisch umformierte und in die Werner Brombach-Familien-Stiftung überführte Brauerei konnte etwas Absatz-Rückenwind ins Halbjahr retten. Am stärksten war die Entwicklung bei Alkoholfreiem - hier konnte die Pioniermarke Erdinger Alkoholfrei endlich wieder zulegen. Der größte Schub kam aber vom neuen Brauhaus Hell alkoholfrei. Spätestens mit dem Augustiner-Hype räumte der LEH Regalflächen für alkoholfreies Hellbier frei. Weil Augustiner und Tegernseer nicht liefern können und Bayreuther mit seinem Alkoholfrei erst spät startete, schnappte sich neben Paulaner-Handelschef Werner Roth (vgl. S. 10) auch Erdingers Gesamtvertriebsleiter Ralf Böhm die Flächen. Gelitten hat dagegen Böhms Gastrochef Steffen Meier. Die Gastro-Schwäche traf Erdinger stärker, als es die Fassbierzahlen (-0,9%) zeigen. Nur in den besseren Objekten hängen Weißbier-Fässer am Hahn. Dazu kamen zusätzliche Fassbiermengen durch den Aufbau von Brauhaus Hell.
Keine Unterstützung bekam Erdinger im ersten Halbjahr aus dem Ausland, das in der Vergangenheit die Inlandsschmerzen linderte. Der zum Jahresende von der Bühne tretende Exportchef Marcus Korte (vgl. S. 28) muss ein Minus von gut 7% melden. Das Inland lag im ersten Dienstjahr von Marketing- und Vertriebs-Geschäftsführer Wolfgang Kuffner am 30.6. hingegen fast 4% über Vorjahr. Weißbierkrise hin oder her: Die kürzlich aufgesetzte Strategie der Stiftungsbrauerei strotzt vor Optimismus. CEO und Technik-Geschäftsführer Dr. Stefan Kreisz: „Wir wollen wachsen“.
Alle Analysen zum Halbjahr 2025:
