Bit startet Attacke auf Drinks & More

Die im Vorfeld der EM auf einer Absatzwelle surfende Braugruppe (Bitburger aufgelaufen über 10% Plus) will tiefer in die Szene eintauchen und das Portfolio erweitern. Schon letzten Herbst wurde V. Hillengaß von Krombachers Trend-Tochter Drinks & More losgeeist. Damit war klar, welche Ziele in der Eifel verfolgt werden. Jetzt scheint die Sache ins Rollen zu kommen – offenbar mit einem überraschenden Partner.

Bereits im März 2023 hatte INSIDE unter dem Titel „Bitburger & More?“ über die vagen Pläne der Braugruppe berichtet, an einer eigenen Vertriebseinheit nach dem Vorbild von Drinks & More zu stricken. Passiert ist dann lange Zeit nichts. Nun wird es mit einem Blick ins Handelsregister konkret: Bitburger hat ihre Tochtergesellschaft Cape Cide (die 2009 für ein schnell wieder in der Versenkung verschwundenes Cider-Projekt gegründet wurde) in Taste Traders GmbH mit Sitz in Düsseldorf umfirmiert. Geschäftsführer: Valentin Hillengaß. Der 36-jährige Stuttgarter kennt sich in der Szene aus, verfügt in der Schwabenmetropole über beste Kontakte. Unterstützung bekommt er dem Vernehmen nach aus den Reihen seines alten Arbeitgebers. So sollen sich Schweppes-Gebietsmanager Leo Seiler sowie Alexander Busch, Vertriebsleiter BaWü bei Drinks & More, der jungen Taste Traders-Truppe angeschlossen haben. Die Offensive auf das eigene Vorbild wird damit genau in der Zeit vorbereitet, wo der Vertriebsgeschäftsführer-Posten bei der Krombacher-Tochter nach dem geräuschlosen und unkommentierten Aus von Philipp Raddatz nicht wieder besetzt ist.

Um neben Bitburger- und Gerolsteiner-Produkten das Taste Traders-Portfolio mit Szene-Marken anzureichern, soll es erste Gespräche mit regional etablierten Marken mit nationalen Ambitionen wie Aqua Monaco (München) oder Wostock (Berlin) gegeben haben. Geworden ist daraus offenbar nichts. Deshalb, so ist aus Gastrokreisen zu hören, soll Taste Traders einen neuen Weg einschlagen: den exklusiven Vertrieb frischer Marken. Eine erste Spur führt dabei zum schwäbischen Safter Erwin Dietz, der gerade eine neue Saftschorle namens Schørl in der 0,33er Longneck für die Gastro vorgestellt hat. Zudem wurde von Dietz am selben Tag im Markenblatt mit Coldleaf eine weitere neue Marke angemeldet, bei der es sich offenbar um einen Eistee handeln soll. Schorle und Eistee - Proviant und Richard‘s Sun aus dem Hause Drinks & More lassen grüßen. Nach der offensichtlich zugrunde liegenden Blaupause fehlt nur noch die wichtigste Antwort: eine auf Schweppes.

Was die Schwaben-Connection noch heißer macht: Seit Patrick Dietz die alleinige Geschäftsführung der Erwin Dietz Holding übernommen hat (INSIDE 908), hat er den väterlichen Betrieb noch enger mit seiner in Stuttgart ansässigen Vertriebsagentur UniBev (BraTee) vernetzt. Der dortige Co-Gf Fabian Huber ist wiederum eng verdrahtet mit Valentin Hillengaß...       

Artikel aus INSIDE 950

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