Carlsberg stutzt Deutschland

Interims-CEO Peter Haahr Nielsen

Zur allgemeinen Marktkrise kamen falsche Pläne hinzu: Jetzt kärchert Übergangsmanager Nielsen noch die deutsche Einheit durch.

Der Nachfolger für Interims-CEO Peter Haahr Nielsen sollte eigentlich schon vorgestellt sein, doch bis Redaktionsschluss gab es aus Hamburg noch keine Signale zu empfangen. Die Verzögerung der Personalie führt in Hamburg zur Nervosität. Was hat Carlsberg mit Deutschland vor?

Bis dahin ist es noch Nielsen, der Carlsberg Deutschland mit tiefen Einschnitten auf Effizienz trimmt. Die Versprechungen des nur zwei Jahre amtierenden Simon Fibiger haben sich nicht erfüllt. Nach Fibigers Abgang zu Orkla übernahm übergangsweise Nielsen, im Hauptberuf Chef von Carlsbergs Heimatdivision in Dänemark. Er weiß, was der Konzern wünscht. Nielsen arbeitet seit 22 Jahren für Carlsberg.

Nun wird zurückgeschnitten. Noch bevor sich ein neuer Anführer die Finger bekleckern muss. Im Vertrieb sollen laut INSIDERN 15 Außendienstler den Blauen Brief erhalten haben. Überall wird gekürzt, besonders aber in den Regionen außerhalb Nord- und Ostdeutschlands. Der Süden und der Westen, die Aufmarschgebiete für den inzwischen über 100.000 hl großen Cider Sommersby und die zuletzt rückläufige Kernmarke Astra (demnächst mit 20er statt 27er Kiste) waren offenbar zu teuer.

Ungeklärt ist vorerst die Zukunft von 1664 Blanc. Fibiger hatte viel Munition in das aromatisierte Witbier in Blauglasflaschen gesteckt. Bei aktuell 12.000 hl scheint allerdings der Zenit schon erreicht zu sein. Und manch Altgedienter beißt sich in die Hände, wenn er dran denkt, was mit dem schönen Geld für Lübzer, Astra oder auch Wernesgrüner möglich gewesen wäre. Immerhin die Weltmarke Carlsberg entwickelt sich weiter gut und läuft in Deutschland bei über 350.000 hl raus. Insgesamt wird der Nachfolger des Interimsnachfolgers dann über eine ca. 2,8 Mio hl große Einheit wachen.

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