Diageo, Campari, Pernod: Sprit-Giganten unter Druck

Die großen Spirituosen-Markenkonzerne bekommen heftig Gegenwind. Die Aktienkurse fallen. Die erwartete Belebung des Geschäfts blieb aus. Importzölle sind ein Grund. Noch wird an langfristigen Wachstumsprognosen festgehalten.

Ihre Hausaufgaben haben die Spirituosenkonzerne gemacht. Während der Corona-Zeit von großer Nachfrage im Lebensmittelhandel balsamiert, wurden Kapazitäten aufgebaut. Die Kapazitäten sind nun da. Der Markt jedoch ist weiter rückläufig. Schon 2024 liefen die Geschäfte und Umsätze nicht mehr flott und die erwartete Belebung für 2025 blieb aus. Mehr noch: Die Umsätze sind im Sinkflug. Nun haben die großen Konzerne reagiert, die Produktion runtergefahren und aufgebaute Bestände abgebaut.

Was am Ende fehlt, sind Umsätze und damit auch Gewinne. Weltweit dämpfen vor allem die Importzölle von US-Präsident DonaldTrump die Zahlen. Davon besonders betroffen ist Diageo. Der Konzern hat 2024 immerhin 40% seiner Umsätze in USA gemacht und auch einen großen Batzen des Gewinns. Weniger stark betroffen ist Pernod, wo es mit einem Anteil von 18% mit Blick auf Zölle etwas besser läuft. Campari ist immerhin mit 28% dabei.

Diageo gilt als ertragsstabil, leidet aber besonders unter der schlechten Stimmung unter Konsumenten

Aber die Zölle allein sind es nicht. In Amerika werden auch die Abnehmspritzen als hinderlich für den Spirituosenabsatz gesehen. Dazu kommt die schlechte Stimmung bei Konsumenten. So wird vermehrt zu rabattierten Marken oder preiswerten Alternativen gegriffen. Auch hier ist Diageo besonders betroffen. Denn die Briten haben mit gut 60% den höchsten Anteil bei Premium- und Luxusspirituosen. Der Branchenschnitt liegt bei 35%.

Diageo gilt bei Analysten als ertragsstabil. Den Briten wie allen anderen großen Konzernen wird zugetraut, nötige Preiserhöhungen auch durchzusetzen. Doch auch da hakt es im Moment. Laut INSIDERN wurden in den laufenden Jahresgesprächen bei vielen auch internationalen Herstellern (z.B. Brown Forman mit Woodford Reserve) zwar Preiserhöhungen angekündigt. Details gibt es aber nicht. Infos sollen folgen. 

Heißt, die Preiserhöhungen werden erst 2026 vollzogen. Bei Bacardi beispielsweise ab 1. Februar. Das ist üblich, weil der Handel ungern Preiserhöhungen zum 1.1. akzeptiert. Und ohnehin auch nur dann, wenn es noch möglich ist, sich im Januar mit Ware einzudecken. Die Hoffnung ruht auf 2026 und 2027. Und die Analysten hoffen mit.

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