Filler-Blues bei Thomas Henry und Fever-Tree

GDP-Ikone abgesägt: Klemens Müller

Der jahrelange Überflieger Gin ist abgestürzt und reißt auch die Filler mit in den Abgrund. Nach Krombacher, die wegen Schweppes Drinks & More eindampfen, setzen auch Thomas Henry und Fever Tree den Rotstift an.

Von der über Jahre hinweg starken Performance von Gin haben auch die Filler profitiert. Alles vorbei. Laut Zahlen von NielsenIQ ist der Absatz von Gin aufgelaufen bis Ende September um 13% und der Umsatz um 14% abgeschmiert. Neben Marktführer Schweppes muss auch Thomas Henry bluten. Dieses Jahr wird es erstmals ein Minus geben. Insgesamt wird mit 66 Mio Füllungen gerechnet. Schweppes-Lizenznehmer Krombacher hat auf den Rückgang mit einer Zusammenlegung seiner beiden Vertriebsorganisationen reagiert. Drinks & More und Krombacher werden zusammengefasst (INSIDE 986). Thomas Henry Geschäftsführerin Sigrid Bachert muss ebenfalls restrukturieren.

Gastrochef Jens Vielhauer muss vier GVL-Stellen streichen, immerhin wird das KAM um eine Positionen ausgebaut. Sein Team umfasst künftig elf Mitarbeiter im Außendienst, sowie drei KAMs.

Im Handelsbereich wird auch gekürzt. Hier streicht Bachert laut INSIDERN den nationalen KAM LEH Thomas Standfest sowie die regionale KAM Nord Britta Heitland. Standfest war acht Jahre und Heitland rund fünfeinhalb Jahre bei Thomas Henry. Damit bleiben Handelschef Martin Stöver 4 KAMs übrig. Die Feldmannschaft bleibt unverändert bei 21 Leuten.

Österreich (Distributionspartner Top Spirits/Schlumberger) und Schweiz (DIWISA) wandern zum 1.1.26 in das bislang 58 Länder umfassende International Sales Team unter Leitung von Benedikt Fimpel. Als Country Manager und direkter Ansprechpartner für die lokalen Teams übernimmt Oliver Schmidt-Rehfeldt die Verantwortung.

Lars Kirch, der die Märkte Österreich und Schweiz fast ein Jahrzehnt betreut hat, bleibt noch für das polnische Vertriebsteam verantwortlich. In Polen hat Thomas Henry eine eigene Tochter-Gesellschaft. Die Distribution läuft über den Logistikdienstleister Fiege. Vor zehn Monaten ist die Berliner Marke auch im US-Markt aufgeschlagen und in 22 Staaten distribuiert. Man erhofft sich viel.

Fever-Tree am Hungerast

Im Heimatmarkt gilt es nun, das Fillergeschäft sowie die 2024 über Thomas Henry-Mehrheitsgesellschafter RalfHuep ins Portfolio gekommene alkoholfreie Spritmarke Undone voranzubringen.

Neben Thomas Henry kämpft auch die etwa ein Drittel so große britische Marke Fever-Tree mit Absatzverlusten. In Deutschland kümmert sich die 2020 von Fever-Tree übernommene GDP um den Vertrieb. Und der wird immer weiter ausgedünnt.

Nachdem bereits die langjährigen Key Accounter Iris Heinze und Roman Vieth abgesprungen sind bzw. abspringen mussten, hat es auch den GDP-Mitgründer Klemens Müller, 51, erwischt. Müller hatte 2009 gemeinsam mit Morgan Zuill das Münchner Unternehmen aufgebaut. In London sah man nun keine Verwendung mehr für ihn. Damit hat Fever-Tree bei GDP die gesamte KA-Ebene eingerissen. Zwischen Gf Zuill und Feldmannschaft klafft eine Lücke. Die Jahresgespräche muss nun Handelschef Olaf Spohr alleine übernehmen. Für Klemens Müller heißt es nun: Angebote sichten. Und davon soll Müller laut INSIDERN gut ein Dutzend auf dem Tisch haben. Nach 17 Jahren GDP dürfte er schon bald woanders auf dem Lohnzettel stehen.

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