Das letzte Karrierejahr von Michael Bartholl, der zum 1. Juli 2024 sein Amt als CEO an Frank Höhler weiterreichen wird, war nicht unbedingt das leichteste. Nach der Preiserhöhung, die Franken Brunnen zum 1. Februar 2023 rausgelegt hatte, konnten sich die Absätze wieder erholen, bevor der schaurige August die Gruppe beinahe wieder ins Absatzminus drückte. Die knapp 4 Mio Liter, die am Ende an Zuwachs übrig blieben, stammen von Flaschenpost. Für Oetkers Heimdienst sind die Franken ins Lohnfüllgeschäft zurückgekehrt, wo sie eigentlich nur knapp 30 Mio Liter Eisvogel für die Gefako abfüllen. Am kostentechnisch immer noch schwierigen Standort Sinziger (an dem die Franken-Inhaberfamilien auch nach der verheerenden Flutwasser-Katastrophe 2021 festhielten) wird nun die Flaschenpost-Eigenmarke klar abgefüllt.
Gewachsen ist der Absatz von Sachsenquelle (+1,5%) und Silber Brunnen (+1,8%), Residenz blieb mit +/-0 stabil. Dagegen gab neben Rominas Eiszeit Quelle (-5%) auch das Gruppen-Flaggschiff Franken Brunnen Volumen ab und verlor 3,5% auf gut 120 Mio Liter, obwohl die Marke in der Gastronomie um 15% zulegen konnte. Überflieger bleibt die höchstpreisige Gastromarke Bad Camberger Taunusquelle, die bei einem Zuwachs von 17% bei annähernd 13 Mio Liter liegt. Allmählich in Gang kommt der restaurierte Standort Bad Kissingen, wo Netto mit Kissinger für Auslastung sorgt und das Marken-Experiment Theresien Quelle allmählich in die Gänge kommt. Die frühere Hoffnungsmarke Kneipp wurde zum Jahresende eingestellt.
Der Umsatz der Gruppe legte auf 150 Mio Euro leicht zu. Damit die in den Vorjahren erzielte Konzernrendite von 2% nicht Schaden nimmt, arbeitet Bartholls Nachfolger, der jetzige Supply Chain-Gf Frank Höhler, daran den Produkt-und den Transportpreis von einander abzukoppeln.
Analyse aus INSIDE 943
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