Wurde ihm alles zu viel oder gab es einfach ein spannenderes Angebot? Frank Höhler verlängert seinen CEO-Vertrag bei Franken Brunnen nicht und nimmt Ende des Jahres den Hut.
Überraschung bei einem der größten Mineralbrunnen Deutschlands: Frank Höhler, CEO der 655 Mio Liter starken Franken Brunnen-Gruppe, wird das Unternehmen zum 31. Dezember verlassen. Das gaben Marketing- und Vertriebs-Geschäftsführer MarkusHumpert sowie CFO Christoph Schülner am Dienstag in einem internen Schreiben an die Belegschaft bekannt. Höhler habe sich aus persönlichen Gründen entschieden, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Wann die Entscheidung fiel, dazu gibt es unterschiedliche Versionen. Eine geht so: Schon Ende 2024 soll Höhler angekündigt haben, nach Ende 2025 nicht weiterzumachen.
Der frühere Deutschlandchef von SAB Miller und Tomra kam im Dezember 2021 als Zentralgeschäftsführer für Logistik und Prozesse zu Franken Brunnen. Zwei Jahre später übernahm er zusätzlich das Technik-Ressort von Dr. Marco Potreck und damit die Verantwortung für die vier Produktionsstandorte in Neustadt, Bad Kissingen, Bad Windsheim und Eilenburg. Im Juli 2024 folgte er Michael Bartholl als CEO nach und übernahm seither auch die Bereiche Vertrieb und Marketing.
INSIDER berichten, dass der umtriebige und detailverliebte Höhler, der sich mit Herzblut in alle Themen einfuchste und auch vor Ehrenämtern in Verbänden nicht zurückschreckte, durch die Doppelbelastung als CEO und Technikchef stark gefordert war. Auch seine regelmäßigen Pendelwege aus seiner Heimatstadt Neuss – intern teils kritisch gesehen – dürften zur Entscheidung beigetragen haben. Seine Nachfolge indes ist bislang offenbar ungeklärt. Obwohl die operativen Zahlen stimmen und Franken Brunnen über starke Führungskräfte verfügt, scheint der mit der Suche beauftragte Beirat unter Leitung von Jürgen Brinkmann intern niemandem die CEO-Rolle zuzutrauen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird ein externer Kandidat bevorzugt. Auch für die Leitung des Technik-Ressorts läuft die Suche weiter.
Aus eben diesen Kreisen heißt es auch, Höhler habe derzeit keine neue Position in Aussicht. INSIDER pinseln indes an einem Alpen-Panorama. Bei den 480 Mio Liter großen Adelholzener Alpenquellen zieht Höhlers Vorstandskollege beim VDM, StefanHoechter, als Beiratschef die Strippen. Hoechter sucht einen neuen Vertriebs-Gf, also gewissermaßen den Nachfolger seiner eigenen Nachfolgerin Silke Reuter, die Anfang des Jahres nach kurzer Zeit unsanft das Haus verlassen musste (INSIDE 970). Seitdem regiert Technik-Gf Peter Lachenmeir allein. Jeden potenziellen Nachfolger muss Hoechter der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vincenz vom Paul respektive Generaloberin Schwester Rosa Maria Dick schmackhaft machen. Bislang galt für Führungskräfte immer das Prinzip: katholisch.

