Augustiner: Analyse zum Absatz 2024

2024 war das bislang nüchternste Jahr der 1328 gegründeten Augustiner Brauerei. Die Einführung des Hell Alkoholfrei im vergangenen März entpuppte sich als Volltreffer. Die Nachfrage im GAM (bislang der exklusive Absatzkanal für das neue Bier im Handel) ist bei kaum verfügbarer Ware weiterhin ungebrochen, was Händler zunehmend frustet. Die Lage soll sich laut INSIDERN bis Anfang 2026 nicht wirklich verbessern. Erst dann rechnet man bei Augustiner intern damit, die Entalkoholisierungsanlage technisch so nachgerüstet zu haben, dass größere Mengen möglich sind (die dann auch dem LEH die Türen öffnen). 

Derweil kann der lokale Konkurrent Tegernseer darauf hoffen, mit seinem eigenen Alkfreien (Marktstart im April) vom Hype zu profitieren. Reibungslos läuft hingegen die bleifreie Versorgung in den eigenen Augustiner-Gaststätten. Und die werden weiter über die Grenzen Münchens hinaus von der umtriebigen Mehrheitseignerin Edith Haberland Stiftung ausgebaut. In Dresden eröffnet im März am Neumarkt vis a vis vom Augustiner an der Frauenkirche das Restaurant 1328 auf drei Etagen. Das gesamte Gebäude wurde aufwendig von der Stiftung saniert. Auch in Bayreuth will Augustiner an historischer Stelle im Ehrenhof in der Innenstadt mit eigener Wirtschaft einziehen. 

Die stetige Expansion zeugt von einer brummenden Gastronomie, die sich auch in den Fassbierabsätzen widerspiegelt (+4% auf 197.000hl). Die gute Stimmung in den Wirtshäusern wurde 2024 selbst durch eine Anhebung der Preise um fünf Euro/hl nicht getrübt. Augustiner ist selbst an exponierten Stellen bemüht, die Preise solide zu gestalten.

Im Handel konnte der Hellbiermarktführer ebenso leichtdraufpacken. Dort hatten die Münchner vor allem vom erneuten Aussetzen einer Preiserhöhung (und damit verbundenen Kistenpreisen um ein Euro unterhalb des Wettbewerbs) profitiert. Auch lockte der LEH öfters als gewohnt mit Gustl-Sonderangeboten. Zum 1.2. dreht Vertriebs-Gf Dr. Martin Leibhard nun erstmals seit drei Jahren wieder an der Preisschraube. Um 5,50 Euro/hl wird über alle Flaschenbiere angehoben und damit der Abstand auf die Hellbierkonkurrenz wieder hergestellt. 

 

Alle Analysen zum Absatz 2024:

  1. Krombacher
  2. Bitburger
  3. Veltins
  4. Paulaner
  5. Beck's
  6. Warsteiner
  7. Oettinger
  8. Augustiner
  9. Hasseröder
  10. Erdinger
  11. Radeberger
  12. Ur-Krostitzer
  13. Mönchshof
  14. Jever
  15. Franziskaner

INSIDE-Biermarken-Hitliste 2024

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