Kopf der Woche: Georg Schneider VII.

Die geladenen Partner und Kunden der Schneider Weisse G. Schneider & Sohn GmbH staunten im April vergangenen Jahres auf einer Hütte im Pitztal nicht schlecht, als nach Marketing- und Vertriebs-Gf Robert Schraml Patriarch Georg VI. Schneider das Mikrofon ergriff und die Führung der inkl. Schneider‘s Hell knapp 220.000 hl großen Brauerei seinem Sohn Georg VII. Schneider überließ. Eigentlich waren sie angereist, um auf der 2.000 Meter ü. NN gelegenen Mittelstation der Bergbahnen Hochzeiger (einem Schneider-Kunden) die neue Schneider Helle Weisse in Euroflaschen präsentiert zu bekommen. Mit der Inthronisation des Juniors durch seinen Vater wurde es gleich eine Umdrehung sportlicher.

Neun Monate später rammt Georg der Siebte, 30, mit beachtlichem Mut den ersten Pflock ein. 

In Regensburg rumorte schon länger klerikales Klagen über die Geschicke der 160.000 hl großen Bischofshof-Brauerei, einem Regiebetrieb der Bischöflichen Knabenseminarstiftung. Eine wenig rentable Brauerei auf einem Sahnegrundstück in Stadtlage - da kam Bischof und Hofstaat ein Denkangebot aus Kelheim grade recht. Ab 2027 ist Georg Schneider VII. nun auch Herr über die Marke Bischofshof - vor allem aber über Weltenburger, eine feine Hellbiermarke, die Bischofshof-Geschäftsführer Till Hedrich zu einem echten Gegenspieler der großen Hellbierplayer aufbaute.  Der Deal beinhaltet die kleine Brauerei in Weltenburg, malerisch gelegen ein paar Kilometer von Kelheim flussaufwärts an der Donau. Eine Vorzeige-Brauerei nebst wunderschönem Biergarten mit dem hübschen Prädikat “Älteste Klosterbrauerei” der Welt , wo freilich nur ein wenig Randproduktion betrieben wird. Der überwiegende Teil des Weltenburger-Volumens wird in Regensburg hergestellt, wo Bischofshof im Lauf des Jahres nun allerdings zugesperrt werden soll. 

Was das alles für die Brauereien und Regensburg und Weltenburg bedeutet, lässt sich erahnen - man werde, heißt es, Weltenburg “nach derzeitigem Stand” fortführen, auch die Bischofshof-Logistik. Das neuerworbene Volumen soll mittelfristig bei Schneider hergestellt werden, heißt es nebulös. Fakt ist: Georg der Siebte verdoppelt mit der Übernahme fast den eigenen Absatz. Ein Befreiungsschlag.

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