Eine der prägendsten Figuren des Lebensmittelhandels ist gestorben. Walter Pötter ist tot. Als Kind verkaufte er in Übach-Palenberg nahe Aachen saure Gurken aus dem Holzfass, später machte er ohne akademische Laufbahn mit Volksschulabschluss eine eindrucksvolle Karriere. Lidl wuchs unter Walter Pötters Wirken von wenigen Dutzend auf über 10.000 Filialen. Klaus Gehrig, “der Killerwal”, machte Pötter zum Einkaufschef. Kernstück im Wettbewerb zu Aldi waren gute Konditionen bei den Markenartikeln, die Lidl anders als der große Konkurrent von Anfang an im Sortiment hatte, und der Hai Pötter schnappte nach immer besseren Einkaufspreisen.
Pötter diente Lidl in unterschiedlichen Funktionen: Mal war er Vorstandschef, dann wieder Einkaufschef, später Generalbevollmächtigter. Nebenbei baute Pötter den Produktionsbereich auf, um Lidl (und Kaufland) unabhängiger zu machen. Die Back- und Süßwarenwerke Bonback und Solent entstanden in seinem Heimatort Übach-Palenberg (und sind heute Teil der Schwarz Produktion). 2016 gab Gehrig dem damals 72-jährigen Pötter den Laufpass. Anschließend wurde es ruhig um ihn. Am 13. Juni, einen Monat nach seinem 80. Geburtstag, ist Pötter gestorben.
